Ratgeber

Deconstructed: Billie Eilish - Bury a friend

Mächtige Drums und hektische Beats sind nicht unbedingt das Aushängeschild von Frau Eilish und ihrem Bruder Finneas. Stattdessen orientieren sich Sound und Groove an der Grundstimmung der Songs, Eigenschaften wie dumpf, muffig und fies sind also angesagt. Wie sich dies auf Drums übertragen lässt, zeigen wir Ihnen jetzt.

1 Minimalistisch

Wie einleitend erwähnt, fällt der Beat von „Bury a friend“ extrem muffig aus. Er ist recht minimal gehalten, aber nicht minder ausgefuchst und druckvoll. Klanglich erreichen wir ein vergleichbares Ergebnis mit einer synthetisch erzeugten Kick aus dem Surge Synth sowie je einem Sample für Clap und Kick (siehe Daten zum Spezial), die wir auf einen Bus routen.

2 Tape-Sättigung

Dort laden wir einen EQ, der als Tiefpass um die 5 kHz arbeitet und den Klang dumpfer macht. Dahinter folgt die Chow Tape Model Freeware. Mit Bias und Saturation auf 2 Uhr sowie Drive auf 3 Uhr geben wir ordentlich Verzerrung und Druck dazu. In der Tone-Sektion fahren wir außerdem Treble auf -1.00, damit auch hier die Höhen unterbunden werden.

3 Synth-Kick

Der Grund für die Kick aus einem Synth: Im Refrain spielt die Kick melodisch mit (G zu D# zu E und wieder zurück zu G). Mit einem Sample wäre das natürlich auch machbar, aber umständlicher und außerdem ändert es den Charakter der Kick. Obendrein fungiert die Kick im Break als lang gezogener Sub-Bass à la 808. Hier ist ein Synth im Vorteil.

4 Foley-Sounds

Zusätzlich zur Kick existiert deutlich wahrnehmbar noch eine Art Clap, die an ein Klopfen auf Holz erinnert. Ebenso kommen alle zwei Takte ein Rimshot-Ersatz dazu sowie ein dumpfes Klackern als Groove-Element zwischen den Kicks. Letzterer sorgt allerdings für extreme Stereobreite, da der Sound auf der rechten Seite etwa 10 ms verzögert ist.

5 Stereo-Trick

In den meisten DAW’s lässt sich dieser Effekt eher umständlich erzielen, wir empfehlen daher einen Audioeditor, wie die Freeware Ocen Audio. Laden Sie ein beliebiges Sample, selektieren Sie die rechte Seite per Doppelklick in die obere Hälfte des oberen Kanals, schneiden die Selektion aus und setzen einige Millisekunden später wieder ein.

6 Triolen

Der eigentliche Groove der Drums kommt letztlich durch die Verwendung eines Triolen-Rhythmus und geschicktes Drum-Placement zustande. Im triolischen Off ist das dumpfe Klackern platziert, in jeder zweiten Takthälfte dazu auch leise Claps, die den Groove unterstützen. Am Ende jedes zweiten Takts baut außerdem ein Mini-Rimshot-Wirbel Spannung auf.

Daten zum Artikel erhalten Sie beim Kauf der entsprechenden Ausgabe in den Heft-Downloads

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