Test

Test: Tone2 Nemesis 2

Kompromisslos digital und stolz darauf - der flexible digitale Synthesizer Nemesis profitiert in Version 2 von ­verbesserter Bedienung und zusätzlichen ­Wellenformen und Effekten.

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Mit dem Additive Spectral Editor lassen sich die mitgelieferten oder importierte Wellenformen passend verbiegen.

Hauptaugenmerk wurde bei dem kostenlosen Update auf die Verbesserung der Bedienung und der allgemeinen Handhabung gelegt, was sich schon beim Laden des Plug-ins zeigt. Das geht jetzt fühlbar schneller als beim Vorgänger, und auch beim Umschalten der Presets zeigen sich die Optimierungen. Die Bedienoberfläche wurde an moderne Hardware mit höherer Auflösung angepasst, vier Größen stehen zur Auswahl und das Plug-in erkennt automatisch die perfekte Auflösung für Ihren Monitor. Der verstärkte Kontrast schont die Augen und erleichtert das Navigieren im Browser. Hinzu kommen zahlreiche Verbesserungen der Standalone-Version, die jetzt unter anderem einen Audiorecorder bietet.

Vielzahl digitaler Synthesen

Nemesis ist von Grund auf digital und versucht auch gar nicht, dies mit virtuell-analogen Anleihen zu kompensieren. Über zwanzig miteinander kombinierbare Synthesetypen decken ein sehr breites Spektrum an Digitalsounds ab, darunter auch die Klassiker FM-, additive, Formant- und Wavetable-Synthese, Waveshaping, PWM, Sync und Ringmodulation. Die Basis bilden zwei Oszillatoren, die jeweils eine Träger- und eine Modulatorwelle sowie Parameter wie Verstimmung, Drift, Phase, FM-Intensität und Feedback besitzen. Besonders interessant ist NeoFM, eine Mischung aus der Phasenmodulation von DX7 & Co. und der FM analoger Synthesizer. Neben klassischem Sinus lassen sich auch andere Wellenformen für FM nutzen, was die Soundgestaltung flexibler macht und auch schrägere und verzerrte Sounds ermöglicht. In Version 2 wurde der Vorrat an Wellenformen noch einmal deutlich aufgestockt. 119 neue Waveforms sind dazu gekommen, darunter mehrere „noisy“- und „complex“-Varianten. Das Soundspektrum von Nemesis wird durch die Möglichkeit erweitert, eigene Wellenformen zu resynthetisieren und in einem additiven Spektraleditor zu bearbeiten. Sie können eigene Samples importieren und für FM- oder andere digitale Algorithmen zu nutzen. Um die dabei entstehenden Oberton-Orgien zu kontrollieren, gibt es ein Tiefpassfilter. Es wirkt im Gegensatz zur subtraktiven Synthese analoger Synthesizer direkt auf die Wellenform ein, was Ihnen gezieltere Eingriffe in das Klangspektrum erlaubt. Dennoch hätten wir uns bei manchen Sounds noch ein nachgeschaltetes resonanzfähiges Filter der klassischen Art gewünscht.

Überraschungen und Zufälle

Da nicht alle Kombinationen aus Algorithmen und Wellenformen unmittelbar musikalische Ergebnisse liefern, ist Experimentieren angesagt. Selbst wenn Sie einige Erfahrung mit Synthesizern und deren Programmierung haben, ist Nemesis immer für interessante Überraschungen und neuartige Klänge gut, während gezieltes Programmieren nicht immer gleich zum Ziel führt. Passend dazu verfügt Nemesis 2 über eine neue Random-Funktion, die für zufällige Soundvariationen sorgt. Bei solch einem komplexen Synthesizer wie Nemesis reichen die dabei erzielten Ergebnisse von erstaunlichen eigenständigen Signature-Sounds bis hin zu kaum verwertbaren digitalen Chaos-Klängen.

Über eine Modulationsmatrix sorgen Sie für Bewegung im Klanggeschehen, wobei uns aber zwei LFOs und Hüllkurven etwas wenig erscheinen.

Neue Effekte, Arpeggiator

Gewohnt hochwertig und flexibel zeigen sich die beiden Effekteinheiten, die noch einmal ordentlich ausgebaut wurden. Sinnvoll ist der neue klassische Analog-Chorus, der die oftmals recht hart klingenden Digital-Sounds angenehm aufweicht und runder klingen lässt. Zudem kann Nemesis in Version 2 für noch dickere Sounds sorgen, da sich in bekannter SuperSaw-Manier wahlweise 3, 5, 7 oder 9 Stimmen schichten lassen. Und der neue Haas-Effekt sorgt für eine Verbreiterung des Stereo-Panoramas. Die Effekte MultiTap, Delay, PingPong, DelayDual, Doubler DelayBand wurden überarbeitet und klingen nun weniger verstimmt, was den praktischen Nutzen erhöht.

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Das schlagkräftige Duo aus Arpeggiator/StepLFO und Gate-Sequenzer ist ebenfalls wichtiger Bestandteil der Klangerzeugung, deren Palette von FM-Klassikern bis hin zu modernen Wobble- und Electro-Sounds reicht. Die Stärken liegen bei rohen, aggressiven und durchsetzungsfähigen digitalen Klänge, die mit den Modulatoren in Bewegung gebracht werden.

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Fazit

Viele Detailverbesserungen machen den flexiblen digitalen Synthesizer noch zugänglicher, während die zusätzlichen Wellenformen und Effekte das ohnehin schon große Kreativ- und Klangpotential noch erweitern. Wenn Sie auf der Suche nach eigenständigen und frischen digitalen Sounds sind, lässt Nemesis mit einer Kombination aus verschiedenen Klangsynthesen, inspirierendem Arpeggiator und guten Effekten kaum Wünsche offen.

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Bewertung
Name
Tone2 Tone2 Nemesis 2
Website
Pro
  • großes Klangpotential
  • durchsetzungsfähig
  • direkte Bedienung
  • flexible Oszillatoren
  • neue Effekte
Preis
99 EUR
Bewertung
(92%)
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