Ratgeber

Workshop: Druckvolle Hip-Hop-Vocals mit FL Studio

Druckvolle und durchsetzungsfähige Hip-Hop-Vocals zu produzieren ist eine Kunst für sich. Diese sechs Schritte zeigen Ihnen, wie Sie Ihre aufgenommenen Vocal-Tracks professionell weiterbearbeiten können, um das gewünschte Ziel problemlos zu erreichen.

1 Störgeräusche entfernen
Das ein oder andere Atemgeräusch kann einen Hip-Hop-Track zu mehr Leben verhelfen. Doch sind diese zu laut oder mit unschönen Artefakten versehen, fallen sie spätestens nach dem Einsatz eines Kompressors unangenehm auf. Nehmen Sie das Skalpell-Werkzeug in FL-Studio zu Hilfe, um alle Störgeräusche aus der Vocal-Spur zu eliminieren.

2 Chirurgische Eingriffe
Als nächstes gilt es Störfrequenzen aufzuspüren. Öffnen Sie den FL-Studio Parametric EQ 2 und stellen Sie den BW-Wert der einzelnen Bänder nach links. Somit realisieren Sie eine schmalbandige Absenkung. Als nächstes erhöhen Sie die Lautstärke der einzelnen Bänder soweit es geht und fahren diese nacheinander durch das Frequenzspektrum. Immer wenn Sie störende Frequenzen wahrnehmen, nehmen Sie eine Absenkung vor.

3 Low-Cut
Besonders in den tieferen Frequenzen tummeln sich häufig Störgeräusche wie Trittschall. Gleichzeitig kann das Vocal-Signal zu basslastig klingen, vor allem im Kontext mit dem Instrumental. Bei allen Einstellungen sollten Sie jedenfalls den Beat mitlaufen lassen, um eine gute Gesamtmischung zu erzeugen. In unserem Fall konnten wir die Vocals durch einen Low-Cut bei 136 Hz besser mit dem Instrumental zusammenführen.  

4 Anhebungen
Das Vocal-Signal ist jetzt frei von Störgeräuschen. Nun gilt es die Stimme durch einen gezielten Eingriff mit dem EQ nach vorne zu bringen. Um das zu erreichen, sollten Sie zuerst dafür sorgen, dass alle Frequenzen um 2-3 kHz – hier ist die menschliche Stimme meist zu Hause – der anderen Instrumentengruppen abgesenkt werden. In unserem Fall war eine recht schmalbandige Frequenzanhebung des Vocal-Signals bei rd. 3,5 kHz perfekt, um die Stimme nach vorne zu holen.

5 Kompressor
Bei der richtigen Nutzung eines Kompressors auf der Vocal-Spur, lässt sich das Signal druckvoller und durchsetzungsfähiger gestalten. Gleichzeitig wird die Dynamic reduziert, was bei Hip-Hop-Vocals von Vorteil sein kann, da Flows oft schon bei der Aufnahme durch eine gewisse Power hervorgehoben werden. In unserem Fall setzten wir einen Kompressor mit einer Ratio von 4:1 ein. Der Threshold lag bei -27,3 dB. Attack und Release sollten Sie relativ schnell einstellen und per Make-UP-Gain den nun reduzierten Pegel wieder erhöhen.

6 Ein Geheimtipp
Mit den ersten fünf Schritten haben wir unsere Hip-Hop-Vocals bereits gehörig nach vorne geholt. Zu guter Letzt nutzten wir einen Trick, der die Vocals etwas schmutziger und besonderer machen kann. Wir luden Fruity Fast Distortion auf unsere Vocal-Spur. Den Mix-Regler stellten wir auf eine Neun-Uhr-Stellung, während Pre bei Ein-Uhr zum Stehen kam. Durch den Einsatz des Distortion-Effektes erreichten wir eine höhere Durchsetzungskraft und eine ruckvollere Stimme. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Nachbauen. 

Mehr Workshops?

Neben unseren festen Serien für Cubase, Logic, Ableton Live, Maschine, MPC und FL Studio enthält jede Beat Ausgabe seitenweise nützliche Workshops und Tricks zum Produzieren, Jammen, Mixen, Mastern, Arrangieren und vielen weiteren Themen. Also Beat abonnieren und keine Tipps mehr verpassen

Mehr zum Thema
zur Startseite