Test

Test: Focusrite Scarlett Solo und 2i2 3rd Gen

In der dritten Generation hat Focusrite bei den beliebten USB-Audiointerfaces einige Details verbessert und den Preamps die AIR-Funktion spendiert, die bisher der teureren Clarett-Serie vorbehalten war.

Eckdaten:
  • 2-Kanal USB-Audiointerface
  • 24 Bit / bis zu 192 kHz
  • 1 oder 2 Scarlett Mikrofon-Preamps
  • +48 V Phantomspeisung
  • zuschaltbare Air-Funktion
  • 2 symmetrische Line-Ausgänge
  • Stereo Kopfhörerausgang
  • USB-C Anschluss
  • USB bus-powered
  • Plug-in-Bundle (VST/AU/AAX)

Die im prägnanten dunkelrot gestalteten Scarletts der ersten beiden Generationen sind weit verbreitet, vom Bedroom- bis hin zum semiprofessionellen Tonstudio. Sie haben laut Focusrite bis heute zu mehr Tonträgern beigetragen als jede andere Interface-Serie der Welt. Das ist durchaus nachvollziehbar, schließlich bietet die Scarlett-Serie sehr gute Klangqualität und solide Performance zum vergleichbar günstigen Preis.

Mikrofon-Preamps mit AIR-Funktion

Für das Desktop-Studio sind vor allem die beiden kleinsten Modelle der neuen Generation interessant, die sich in der Anzahl der Eingänge unterscheiden. Scarlett Solo verfügt über einen XLR-Mikrofoneingang sowie einen Klinkeneingang für Line-Signale oder Instrumente und empfiehlt sich damit in erster Linie für Aufnahmen von Songwritern und anderen Solokünstlern. Scarlett 2i2 besitzt dagegen zwei Mikrofoneingänge nebst Preamps, die dank XLR/Klinke-Kombibuchsen auch für Instrumente und andere Audioquellen genutzt werden können. 48V-Phantomspeisung ist bei Bedarf zuschaltbar, wenn Sie beispielsweise Kondensatormikrofone anschließen wollen.

Die Mikrofoneingänge verfügen über einen Taster zum Aktivieren der AIR-Funktion. Dies ist eine digitale Simulation der Focusrite ISA Mic Preamps mit entsprechender Anhebung der oberen Mitten. AIR verwandelt die Scarlett zwar nicht in einen analogen Edel-Preamp, macht aber als zuschaltbarer Enhancer eine gute Figur. Mit einem zweiten Taster kann die Empfindlichkeit an hochohmige Instrumente wie E-Gitarre oder E-Bass angepasst werden. Die Pegelregler der Eingänge sind mit einem Farbring umgeben, der die Aussteuerung erleichtert und bei korrektem Pegel des Eingangssignals grün, bei Übersteuerung dagegen orange bis rot leuchtet.

Großer Lautstärkeregler und Direct-Monitoring

Mit einem großen Regler auf der Vorderseite passen Sie die Ausgangslautstärke an, was im Desktop-Studio mit aktiven Monitorboxen sehr praktisch ist und einen separaten Monitorcontroller ersparen kann. Per Taster lässt sich Direct Monitoring aktivieren, also das direkte Weiterleiten des Eingangssignals an die Ausgänge ohne Latenzverzögerung durch die DAW. Bei der Scarlett 2i2 haben Sie dabei zusätzlich die Wahl, ob die beiden Eingänge als Stereosignal links und rechts im Stereopanorama verteilt werden sollen oder zu einem mittigen Monosignal zusammengemischt werden (was sinnvoll ist, wenn Sie z.B. wenn Sie Gesang und Instrument aufnehmen). Den Abschluss der Vorderseite bietet der Kopfhörerausgang, der nur bei der Scarlett 2i2 über einen separaten Lautstärkeregler verfügt.

Die rückseitigen Anschlüsse sind bei beiden Modellen identisch. Hier befindet sich der USB-C-Anschluss, über den das Interface auch mit Strom versorgt wird. Über zwei Klinkenausgänge wird das Audiosignal abgenommen und an Verstärker, Mischpult oder Monitorboxen weitergeleitet. Sowohl Ein- als auch Ausgangsbuchsen sind symmetrisch verschaltet, bei Verwendung passender Kabel können auf diese Weise Störgeräusche verhindert werden. Mit Abmessungen von ca. 14 x 4 x 9 (das Modell 2i2 ist etwas größer) und einem Gewicht von unter einem Kilogramm passen die Scarletts in jede Gigbag und sind daher auch für den Live-Auftritt oder das Jammen unterwegs gut geeignet.

Leichte Installation

Unter der Haube wurden vor allem die Dynamikwerte und der Rauschspannungsabstand verbessert, sodass die 3. Generation noch einen Tick besser klingt als der Vorgänger. Der neue Quickstart-Prozess erleichtert Einsteigern und weniger technikaffinen Musikern die erste Inbetriebnahme. Die interaktive Software führt Sie Schritt für Schritt durch die korrekte Einrichtung des Interfaces. Dies umfasst sogar die Installation des hochwertigen Softwarepakets mit Plug-in-Vollversionen von dem EQ Red2 und dem Kompressor Red3 aus eigenem Hause und des ebenfalls klanglich überzeugende Softube Time and Tone Bundle mit Reverb, Delay, Multiband-Kompressor und Saturation. Nach erfolgreicher Installation leistet das Interface wie die Vorgängermodelle eine stabile und unauffällige Performance.

Lesetipp

Video-Tutorial: Focusrite Scarlett 3rd gen Audio-Interfaces im Überblick

In diesem Video gibt Kai Chonishvili einen Überblick über die Audio-Interfaces Focusrite Scarlett 3rd gen. Im Detail sind das die Modelle... mehr

Bewertung
Name
Focsurite Scarlett Solo und 2i2 3rd Gen
Website
Pro
  • Sehr gute Audioqualität
  • Preamp Modeling (AIR)
  • Einfache Installation
  • iOS-Remote-App
  • hochwertiges Plug-in-Bundle
  • Preis/Leistungsverhältnis
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