Test

MOTU Microbook IIc: Günstiges Audio-Interface mit Profi-Qualitäten?

Schon MOTUs Microbook II wusste durch gute Verarbeitung und tollen Klang zu überzeugen. Mit dem IIc profitiert nun auch das iOS-Studio von den hervorragenden Eigenschaften dieses Interface. Und wie schlägt sich das MOTU Microbook IIc in der Praxis?

Eckdaten:
  • USB-Audiointerface
  • Unterstützung bis 24 Bit/96 kHz
  • sechs Eingänge
  • acht Ausgänge
  • Mic-Preamp
  • 48V-Phantomspeisung
  • Hi-Z Gitarren-Eingang
  • S/PDIF-I/O
  • DSP-Mixer mit Effekten
  • USB- oder Netzstrom

Schon bei der Verpackung zeigt sich, dass MOTU vor allem die Apple-Jünger mit dem neuen Modell ansprechen will. So wird bereits beim Auspacken eine gewisse Wertigkeit vermittelt. Das äußerst handliche Gerät besitzt ein stabiles Aluminiumgehäuse, das ihm ein angenehmes Gewicht beschert und den Eindruck hinterlässt, auch widrige Aufnahmeumgebungen schadlos wegzustecken. Die Unterseite ist gummiert, sodass das Interface auch verkabelt stabil auf dem Schreibtisch steht. Auf der Vorderseite finden Sie einen XLR-Mikrofoneingang, einen Instrumenteneingang für hochohmige Signale von E-Gitarre und E-Bass sowie einen Kopfhörerausgang. Auf der Rückseite befinden sich zwei symmetrische Klinkeneingänge für Line-Signale. Alternativ hierzu kann der Miniklinke-Stereoeingang genutzt werden, der den schnellen Anschluss eines Smartphones oder MP3-Players ermöglicht. Auch mit Ausgängen ist das Microbook IIc trotz der portablen Form üppig bestückt. Neben zwei symmetrischen Klinkenausgängen als Main Out gibt es einen weiteren separat nutzbaren Line-Out (Stereo-Miniklinke) sowie einen digitalen S/PDIF-Ausgang. Über der zur Verbindung mit dem Computer erforderlichen USB-Buchse sitzt beim Microbook IIc noch ein Micro-USB-Anschluss für die Stromversorgung über ein USB-Netzteil, wenn das Interface an ein iPad angeschlossen ist. Bei Betrieb an einem Mac oder PC übernimmt der Computer die Stromversorgung, wodurch der USB-Port allerdings auch komplett ausgelastet wird.

Bedienelemente am MOTU Microbook IIc

Die Bedienung am Gerät erfolgt über zwei Endlosregler auf der Oberseite. Während der linke Regler den Eingang auspegelt, kümmert sich der rechte Regler um die Ausgangslautstärke. In beiden Fällen unterstützt Sie ein kleines 3-LED-Meter bei der richtigen Einstellung. Beide Regler verfügen über eine Druckfunktion. Hiermit aktivieren Sie die -20dB Pad-Funktion oder die 48-Volt-Phantomspeisung für den Mikrofoneingang und wählen aus, ob die Lautstärke von Main Out und Kopfhörer gemeinsam oder getrennt geregelt wird. Im Praxistest ist uns aufgefallen, dass auch bei gefühlt zu lautem Eingangssignal weder eine Übersteuerung angezeigt noch eine digitale Verzerrung aufgenommen wurde. Dies lässt vermuten, dass das Microbook einen undokumentierten Limiter eingebaut hat, der allerdings erst bei sehr hohen Lautstärken einzusetzen scheint.

Digitaler Mixer

Das Microbook IIc erlaubt äußerst flexibles Routing der Audiosignale. Sie können z.B. eine individuelle Kopfhörermischung zwecks Monitoring erstellen, während über die Lautsprecher der Komplettmix läuft. Ebenso ist latenzfreies Abhören des Eingangssignals sowie ein internes Audio-Loopback möglich. Dank des eingebauten DSP verfügt jeder Kanal über einen Kompressor sowie einen voll-parametrischen Equalizer mit sechs Bändern, die nahezu latenzfrei arbeiten. Es handelt sich nicht um mäßig klingende Effekte für den Notfall, sondern der Kompressor arbeitet sehr sauber und reagiert sensibel auf das eingehende Signal und der EQ erlaubt sowohl leichte Korrekturen als auch gröbere Eingriffe in den Klang. Gesteuert wird das Ganze mit der übersichtlichen CueMix-Software, die auch nützliche Analyse-Tools sowie ein Tuner bietet.

Klang des MOTU Microbook IIc

Beim Klang trennt sich im Bereich der portablen und preisgünstigen Audiointerfaces die sprichwörtliche Spreu vom Weizen. Das Microbook IIc steht dabei ohne Zweifel auf der Weizenseite. Der Vorverstärker arbeitet zuverlässig und rauscharm und klingt sehr gut. Auch bei den Ausgängen sind im Vergleich zu unserem merklich teureren Interface am Studiorechner keine markanten Unterschiede festzustellen, das Signal wird vom Microbook in beide Richtungen ohne wesentliche Färbung neutral und transparent gewandelt.

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Fazit

Das Microbook IIc ist ein robust verarbeitetes Audiointerface, das bei Bedarf auch in die Westentasche passt. Es überzeugt sowohl klanglich als auch mit seiner Anschlussvielfalt. Dank des DSP-basierten Mixers mit flexiblem Routing, gut klingenden Effekten und nützlichen Tools ist das Microbook IIc fast allen Anwendungen gewachsen und empfiehlt sich sowohl für Anfänger als auch Profis, denen ein Mikrofoneingang ausreicht und die mehr Wert auf flexibles Ausgangsrouting legen.

Dieser Artikel ist in unserer Heft-Ausgabe 131 erschienen.

Bewertung
Name
MOTU Microbook IIc
Website
Pro
  • robuste Verarbeitung
  • portabel
  • exzellente Wandler
  • Anschlussvielfalt
  • flexibles Routing
  • DSP-Mixer mit Effekten
  • CueMix-Software
  • iPad-kompatibel
Preis
265 EUR
Bewertung
(92%)
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