Test

RME Babyface Pro: So schlägt sich das Profi-Audiointerface im Test

Mit der Pro-Version hat RME das kompakte Babyface nicht etwa veredelt, sondern das Audiointerface schlichtweg neu erfunden. Liefert das Gerät dank frischer Technologie jetzt noch besseren Sound?

Eckdaten:

Audiointerface

USB-2.0-Schnittstelle

Auflösung bis 24 Bit/192 kHz

zwei Mic-/Line-Eingänge

48 Volt-Phantomspeisung

zwei Line-/Instrument-Eingänge

9 dB Feinjustierung

Rauschabstand: 116/117 dBA

zwei Line-Ausgänge

Hi-Z-/Lo-Z-Kopfhörerweg

Rauschabstand: 118 dBA

ADAT-/SPDIF-Schnittstellen

MIDI-Ports

Monitoring-Bedienelemente

SteadyClock 3

Stand-alone-Betrieb

TotalMix FX

Neu entwickelt, nicht neu aufgelegt – mit diesem Slogan bewirbt RME das gerade erschienene Babyface Pro. Der Kompaktbolide verfügt über eine ganze Reihe fortschrittlicher Features, darunter frisch entwickelte, digital kontrollierte Vorverstärker und eine Kopfhörerstufe mit zwei separaten Schaltungen für hoch- und niederohmige Abhörsysteme. Moderne Energiespar-Technologien sollen stabilen Betrieb via USB-2- und USB-3-Schnittstellen erlauben, selbst wenn Kondensator-Mikrofone Phantom-Spannung ziehen. Ein kleiner Formfaktor und kompromisslose Verarbeitung macht das Audiointerface laut Hersteller zum idealen Partner für unterwegs. Um, trotz des flachen Formats, keine Kabelpeitschen nutzen zu müssen, wurden spezielle XLR-Buchsen mit besonders kleinen Maßen konzipiert. Kurz: RME hat einen gigantischen Entwicklungsaufwand betrieben.

Überblick RME Babyface Pro

Das Gehäuse des neuen Babyfaces wird aus einem Aluminiumblock gefräst. Überstehende und damit bruchgefährliche Komponenten gibt es nicht, der Gesamteindruck ist dementsprechend grundsolide. Dank kleiner Abmessungen und moderatem Gewicht lässt sich das Gerät nicht nur in Koffern und Rucksäcken, sondern sogar großen Jackentaschen verstauen. Neben Tischbetrieb kann man das gute Stück, dank Gewinde am Boden, auch auf einem Stativ befestigen. Für Mikrofonsignale sind zwei symmetrische XLR-Buchsen an Bord. Sie wurden, wie eingangs beschrieben, extra neu designt. Löblich, mit einem kleinen Nachteil: Stecker rasten nicht ein, sodass sie in der Hektik des Alltags vergleichsweise leicht herausgezogen werden können. Gleiches gilt auch für die ebenfalls in XLR-Technik gehaltenen Ausgänge.

Die Vorverstärker der Mikrofonwege bieten einen Regelbereich von -11 bis +65 dB, eine 48-Volt-Phantomspeisung ist zuschaltbar. Der Rauschabstand liegt bei 116 dBA. Klanglich wussten die Schaltungen vom ersten Moment an zu begeistern. Ihr Sound ist hochauflösend, gleichmäßig und sehr stofflich, ein helles Vergnügen mit jedwedem Audiomaterial.

Als weitere Eingänge gibt es zwei unsymmetrische 6,3mm Klinkenanschlüsse, sie eignen sich gleichermaßen für Line- und Instrumentensignale. Die Schnittstellen können zwischen Consumer- (-10 dBV) und Profi-Pegel (+4 dBu) umgeschaltet werden. Zur Pegelanpassung bringen sie eine Feinjustierung mit, sie erlaubt Signalanhebungen um bis zu 9 dB. Der Rauschabstand beträgt hier 117 dBA. Mit niedrigen Pegel-Einstellungen kann man natürlich auch die Mikrofon-Kanäle für Line-Equipment nutzen.

Ausgänge am RME Babyface Pro

Ausgangsseitig ist, neben den schon angesprochenen XLR-Buchsen, ein innovatives Kopfhörersystem im Babyface Pro enthalten. Es umfasst zwei separate Verstärker für hoch- und niederohmige Schallwandler. Passend hierzu sind ein 6,3-mm- und ein 3,5-mm-Klinkenanschluss an Bord. Das Kopfhörersystem wird unabhängig von den Hauptkanälen beschickt, eigenständige Monitormixe sind also kein Problem. Zur Bedienung bringt das Gerät ein großes Datenrad und sechs Schalter mit. Wichtige Funktionen stehen dank ihnen im Direktzugriff. Vier LED-Ketten zeigen Pegel und weitere Funktionen optisch an.

Digital

Für Steueraufgaben ist eine Mehrpol-Buchse vorhanden, die mithilfe des im Lieferumfang enthaltenen Adapterkabels auf MIDI-DIN-Ports umgemünzt werden kann. Als Digitalanschlüsse steht ein optischer Eingang und Ausgang bereit, der sich mit ADAT- oder S/PDIF-Protokoll verwenden lässt. Die Computeranbindung erfolgt per USB-2.0-Schnittstelle. Ein Treiber ist, dank Nutzung des Class-Compliant-Standards, nicht notwendig. Dadurch kann das Interface neben Windows- und OS-X-Computern auch mit Linux- und iOS-Rechnern eingesetzt werden. Im Alleingang lässt sich das Babyface Pro als Wandler, Signal-Router, Kopfhörervorverstärker und dergleichen gebrauchen. Strom bekommt das Gerät im Normalfall ebenfalls durch diese Buchse, man kann aber auch ein externes Netzteil anschließen. Das Babyface Pro arbeitet mit bis zu 24 Bit und 192 kHz. Die Roundtrip-Latenzen ließen sich im Test, bei höchster Auflösung, auf schlanke 1,4 Millisekunden drücken. Natürlich hat das Babyface Pro, als echtes RME-Interface, auch einen DSP für die beliebte Totalmix FX-Software mit ihren zahllosen Bearbeitungsfunktionen und Routing-Optionen dabei.

Fazit

Das Babyface Pro glänzte im Test durch gleichmäßigen und detailverliebten Sound. Die Vorverstärker liefern beeindruckend körperliche Ergebnisse. Dank kleiner Maße, direkter Bedienmöglichkeiten und genügsamem Stromverbrauch macht das Neue nicht nur im Studio, sondern auch unterwegs eine tolle Figur. Features wie die Steady-Clock-Technologie sorgen für performanten, reibungslosen Betrieb. Ein heißer Tipp für Produzenten, die High-End-Klang im Kompaktformat zum fairen Preis suchen.

Dieser Artikel ist in unserer Heft-Ausgabe 125 erschienen.

Bewertung
Name
RME Babyface Pro
Pro
  • grundsolider Aufbau
  • kompakte Maße
  • erstklassige Klangqualität
  • stofflich klingende Mikro-Vorverstärker
  • Dual-Kopfhörersystem
  • exzellente Performance
  • erweiterbar via ADAT / SPDIF
Preis
749 EUR
Bewertung
(100%)
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