Ratgeber

So geht's: Emotionen im Mix transportieren

Das Geheimnis eines guten Mixdowns liegt nicht nur im Ausbalancieren einzelner Spuren und dem sinnvollen Einsatz von Effekten, um den Zusammenklang der Spuren zu optimieren. Vielmehr hängt der Erfolg eines Tracks auch davon ab, inwieweit er die Intentionen des Machers und den emotionalen Inhalt des Tracks transportiert und den Hörer die Musik besonders intensiv miterleben lässt. Im folgenden Workshop erfahren Sie, wie Sie diese Aspekte effektiv herausarbeiten.

1 Dynamische Konsistenz
Automatisieren Sie für den gesamten Song das Level von Vocal-, oder auch Lead-­Instrumenten, sodass die Lautstärke gleichmäßig ausbalanciert wirkt. Arbeiten Sie im Solo-Modus und korrigieren Sie den Pegel so, dass jedes Wort gut verständlich ist. Damit erreichen Sie nicht nur einen optimalen Eingangspegel für den nachfolgenden Kompressor, sondern auch exzellente Kompressionsergebnisse.

2 Emotionale Wirkung
Im nächsten Schritt betonen Sie den emotionalen Gehalt der Vocals nochmals. Oft findet sich eine besondere Klangfarbe oder Artikulation, die häufig leiser als der vorherige Ton ausfällt. Dies kann z. B. ein Vibrato am Ende eines Wortes sein. Heben Sie die besonders emotionalen Wortteile für ein intensiveres Hörerlebnis mittels Lautstärkenautomation hervor, sodass sie deutlich hörbar werden.

3 Songdramaturgie
Stimmen Sie jetzt die Lautstärken der einzelnen Songparts zueinander ab. Die Referenz dafür ist der lauteste Part Ihres Tracks, z. B. der letzte Chorus. Die Strophen können dazu ruhig 1 bis 2 dB leiser sein und der Breakdown 2 – 4 dB. Manchmal müssen Sie gar nicht die Lautstärke des gesamten Parts reduzieren, sondern es reicht, die Lautstärke eines oder mehrerer Instrumente mittels Automation zu verringern.

4 Panorama-Automation
Erhöhen Sie die Intensität, indem Sie bei einzelnen Songparts mit starken Unterschieden der Stereobreite arbeiten. Hierfür eignen sich Backing-Vocals und alle Instrumente, die keine Lead-Funktion haben. Automatisieren Sie das Panning, sodass diese Elemente in der Strophe relativ eng und mono klingen, während sie im Chorus weit nach außen gepannt werden. Nutzen Sie dazu den Split-Pan-Modus in Live.

5 Effektvarianten
Um die Aufmerksamkeit der Hörer zu halten, bietet es sich an, Effekte zu automatisieren. In Songparts mit weniger Energie können Sie oftmals den Effektanteil bei Lead-Vocals oder -Instrumenten verringern. Umgekehrt können Sie aber auch Gesangspausen oder Übergänge von einem Part zum nächsten überbrücken, indem Sie den Pegel von Effekten wie Delays anheben, um solche Pausen zu füllen.

6 Mix-Bus und Low End
Routen Sie den Gesamtmix auf eine ­Audiospur, bevor diese in den Master geht. Senken Sie den Gesamtpegel im Part vor dem finalen Höhepunkt um 0,5 bis 1 dB ab. Senken Sie ab dem Part davor bis zum Anfang des Songs um weitere 0,5-1 dB ab. Laden Sie eine EQ-Eight-Instanz mit einem Lowshelf um 200 Hz (Gain: -1 dB) in der Spur. Mittels Automation lassen Sie den EQ nur in der Strophe aktiv werden.

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