Zwar kommt Bandcamps Entscheidung dank vereinzelter Debatten im Netz nicht mit einem Paukenschlag, aber sie kommt: Die Plattform, bekannt als Hort für Indie-Musiker, hat KI-generierte Musik von ihrer Site verbannt. Ist das der Anfang vom Ende für AI in der Musikbranche – oder nur ein Tropfen auf den heißen Stein?
Wir beleuchten, was das für Bandcamp, Künstler und Hörer bedeutet, insbesondere im Kontrast zu Spotifys laxerer Haltung und ergänzen mit Stimmen aus der Community.

Die Ankündigung: Bandcamp setzt auf Menschlichkeit
In einem offiziellen Statement auf Reddit und dem Bandcamp-Blog hat die Plattform klare Richtlinien gegen generative KI erlassen. Musik, die vollständig oder in erheblichem Maße von AI erzeugt wird, ist nicht erlaubt. Ebenso verboten: Der Einsatz von KI-Tools, um andere Künstler oder Stile zu imitieren – das verstößt gegen bestehende Regeln zu Impersonation und geistigem Eigentum. Bandcamp betont, die Plattform wolle ein Zuhause für "echte Menschen bleiben, die unglaubliche Musik machen". Nutzer werden aufgefordert, verdächtige Tracks zu melden; das Team behält sich vor, Inhalte bei Verdacht zu entfernen. Scraping von Bandcamp-Inhalten für AI-Training ist ebenfalls strikt untersagt.
Das Update kommt zu einer Zeit, in der AI-Musik-Tools wie Suno oder Udio explodieren und Debatten über Urheberrecht und Authentizität entfachen. Bandcamp positioniert sich als erste große Musikplattform, die AI-Inhalte komplett verbietet – im Gegensatz zu Spotify oder Deezer, die sich auf Imitationen oder Spam beschränken.
Community-Reaktionen: Begeisterung und Bedenken
Die Ankündigung hat auf Reddit Wellen geschlagen. In Subs wie r/technology, r/synthesizers und r/indieheads feiern User die Entscheidung als "based" und "ein Sieg für menschliche Kreativität". Ein User in r/technology schreibt: "Endlich eine Plattform, die Künstler schützt!"
In r/BandCamp, wo Bandcamp selbst postete, häufen sich positive Kommentare: "Das ist genau, was wir brauchen, um den Indie-Geist zu bewahren." Sogar in Nischen wie r/ambientmusic oder r/FolkPunk wird der Ban gefeiert, da er "AI-Slop" fernhält.

Allerdings gibt's auch Kritik.
In AI-freundlichen Communities wie r/SunoAI wird es als "Kapitulation vor den Antis" gesehen: "Das schadet Innovation!" Bedenken drehen sich um die Durchsetzung: Wie erkennt man AI? Ein User in r/synthesizers fragt: "Was ist mit Vocal Synths oder Tools wie Auto-Tune?" Und in r/aiwars wird debattiert, ob das Verbot Grauzonen wie hybride AI-Mensch-Kreationen trifft.
Auf X (ehemals Twitter) spiegelt sich das wider: Posts feiern den "Ban in Bandcamp", mit Bedenken zu Proof-of-Humanity – "Wie beweist man, dass Audio nicht AI ist?" Künstler wie Holly Herndon warnen vor wachsenden Grauzonen, während andere den Schritt als Schutz vor "Soundspam" loben. Insgesamt: Die Community ist größtenteils enthusiastisch, sieht es als Bollwerk gegen AI-Flut.
Auswirkungen: Was bedeutet das für Bandcamp, Artists und Hörer?
Bandcamp stärkt mit diesem Move sein Image als künstlerzentrierte Plattform. Im Gegensatz zu massenmarktorientierten Diensten wie Spotify, die auf Wachstum setzen, priorisiert Bandcamp Authentizität – das könnte Nutzer anziehen, die echte Indie-Musik suchen, und die Plattform als "sicheren Hafen" etablieren. Allerdings birgt es Risiken: Falsch-Positive bei Meldungen könnten echte Künstler frustrieren, und die Durchsetzung erfordert Ressourcen.
Für Artists ist es ein Segen: Schutz vor billiger AI-Konkurrenz, die Märkte überschwemmt. Indie-Musiker, die auf Bandcamp setzen, profitieren von höherem Vertrauen – keine Angst vor "AI-Slop" in Empfehlungen. Im Vergleich zu Spotify, wo AI-Musik erlaubt ist (solange offenbart und nicht spammy), bietet Bandcamp Klarheit: Kein Graubereich.
Spotify hat 75 Mio. spammy Tracks entfernt, aber AI bleibt willkommen, wenn Rechte geklärt sind – das könnte AI-Künstler dorthin treiben, während traditionelle Musiker bei Bandcamp bleiben.
Hörer gewinnen Vertrauen: Sie wissen, dass Musik von Menschen stammt, was die Plattform authentischer macht. Auf Spotify hingegen könnten AI-Tracks in Playlists schleichen, trotz Disclosures – Nutzer berichten von "unerwünschtem AI-Slop". Bandcamp fördert so eine engere Fan-Künstler-Bindung, während Spotify's Ansatz (Fokus auf Impersonation-Schutz) mehr Vielfalt bietet, aber Authentizität opfert.
Fazit
Bandcamps Ban ist ein mutiger Schritt in einer AI-dominierten Welt – er schützt Kreativität, stößt aber auf Durchsetzungsfragen. Im Kontrast zu Spotifys regulierter AI-Integration wirkt es wie ein Statement für Menschlichkeit.
Ob das langfristig hält? Die Community jubelt, doch die Debatte tobt weiter. Für Indie-Fans: Ein Grund mehr, bei Bandcamp zu stöbern!
