Test

Test: Softube Statement Lead

Statement Lead ist quasi die Ergänzung zu Monoment, einem weiteren Synthesizer-Plug-in der Schweden. Monoment ist auf Bässe spezialisiert und entsprechend auch nur monophon im unteren Bereich der Tastatur spielbar, während Statement Lead den vollen Oktavumfang ausnutzt und polyphon gespielt werden kann. Ansonsten sind Klangerzeugung, Oberfläche und Ausstattung beider Synthesizer nahezu identisch und Nutzer von Monoment können ohne Einarbeitungszeit direkt loslegen.

Sample-basiert mit Step-Filter

Wie bei Monoment dienen aufwendig erstellte Multisamples von hochwertigen und außergewöhnlichen Synthesizern als Basis für die Sounds. Und erneut lässt die Liste der verwendeten Klangerzeuger allen Synthesizerliebhabern das Wasser im Munde zusammenlaufen: Synclavier, der Schmidt Synthesizer, Deckards Dream, Oberheim Four Voice und Jomox Sunsyn sind nur einige der Instrumente, die bei der Erstellung der Samples für Statement Lead zum Einsatz kamen und noch passend nachbearbeitet wurden. Insgesamt 90 Multisamples umfasst die Werksbibliothek. Zwei Multisamples lassen sich kombinieren und mit Noise/Dirt-Samples in verschiedenen Variationen mischen.

Das Ergebnis wandert in ein gut klingendes Tiefpassfilter mit wählbarer Flankensteilheit für subtile oder drastische Eingriffe, der Verlauf der Filterfrequenz wird über eine 1-Knopf-Makrohüllkurve gesteuert. Sehr hilfreich ist dabei die Echtzeit-Visualisierung der Filterkurve in dem zentralen Display. Neu hinzugekommen ist ein Stepsequenzer, der den LFO zur Filtermodulation ersetzt und flexible Wobble-Sounds ermöglicht, für Gater- und Tremolo-Effekte aber auch auf die Lautstärke geroutet werden kann.

Flexibles Glide, gute Effekte

Während Klangquellen und Filtersektion jederzeit im direkten Zugriff stehen, lässt sich der untere Bereich der Benutzeroberfläche zwischen Klangbearbeitung und Effekten umschalten. Unter TONE passen Sie die Lautstärke der Klangquellen an, über zwei Makroregler für Punch und Release haben Sie Zugriff auf den Lautstärkeverlauf und wechseln ohne großen Aufwand von einem knackig kurzen zu einem weich einklingenden oder lang aushallenden Sound. Passend zum Einsatzgebiet als Lead-Synthesizer bietet das Plug-in sehr umfangreiche Optionen für Auto-Glide, also das stufenlose Gleiten von einer Tonhöhe zur nächsten. Dabei lassen sich auch Velocity und Aftertouch einbinden, was ein sehr organisches Spielen von Synthesizer-Soli und Hooklines erlaubt. Von solchen Möglichkeiten können analoge Synthesizer nur träumen! Mit AGING lassen Sie das virtuelle Instrument künstlich altern, indem Sie Rauschen und sonstige Unsauberkeiten sowie Tonhöhenschwankungen stufenlos hinzufügen.

Unter dem Reiter EFFECTS haben Sie Zugriff auf DRIVE für eine Sättigung des Sounds sowie auf Delay und Reverb, jeweils zum Songtempo synchronisierbar. Praktisch hierbei ist die Ducking-Option, mit der Sie den Effekt nur in den Spielpausen hören und dadurch den Mix transparenter machen. Der Multiband-Kompressor sorgt bei Bedarf dafür, dass der Lead-Sound ganz weit vorne im Mix steht und sich richtig tief in die Gehörwindungen schneidet. Das wird vor allem EDM-Producern gefallen. Zum Abschluss können Sie den Sound zusätzlich noch richtig schön breit machen. Dabei kann der Bassbereich von der Bearbeitung ausgenommen werden, um ein Zumatschen im untere Frequenzbereich und spätere Probleme bei der Vinylpressung zu verhindern.

Auch als Module verfügbar

Wie die anderen Softube-Instrumente ist Statement Lead nicht nur als komplettes Synthesizer-Plug-in verfügbar, sondern auch ohne Aufpreis im hauseigenen virtuellen Modularsystem nutzbar. Drei Module stehen zur Verfügung: Source, Filter und FX. Das Besondere dabei ist, dass sich die Klangerzeugung auch in Modulform polyphon ansteuern lässt und dadurch das Modularsystem deutlich aufwertet. Auch das Filtermodul ist aufgrund des integrierten Stepsequenzers eine echte Bereicherung, ebenso wie die per CV modulierbaren Effekte.

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Fazit

Wie Monoment überzeugt auch Statement Lead mit qualitativ hochwertigen Sounds mit Charakter, die sich ohne weitere Nachbearbeitung direkt in moderne elektronische Musik einfügen lassen. Die Vielzahl an Klangquellen, die Nachbearbeitungsmöglichkeiten und die flexiblen Glide-Optionen empfehlen das Plug-in aber auch als zuverlässigen Lieferanten von Leads und Pads für andere Musikstile. Hinzu kommt eine unkomplizierte Bedienung mit einer sinnvollen Beschränkung auf die wichtigsten Parameter. Das Sahnehäubchen ist die Einbindung als Module in Softube Modular.

Bewertung
Name
Softube Statement Lead
Website
Pro
  • Klangqualität und -charakter
  • unkomplizierte Bedienung
  • Step-Filter
  • flexibles Glide
  • sehr gute Effekte
  • modular nutzbar
Preis
99 EUR
Bewertung
(92%)
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