Test

Test: Pioneer XDJ-XZ – All in one DJ Controller

Das Rezept für Pioneers neuste, erstmals mit vier Kanälen ausgestattete Standalone-Konsole ist simpel wie konsequent. Man nehme die Bedienoberflächen von DJM-900 NX2 und zwei CDJ-2000 NX2, rühre einmal gut um und fertig ist ein komplettes Nexus-Set in Kompakt-Ausführung. Ganz zu schweigen von den flexiblen Nutzungsmöglichkeiten via USB-Stick, Rekordbox, Rekordbox DJ und Serato DJ Pro, liegt der Haupt-Clou zunächst beim Kaufpreis. Dieser beläuft sich mit 2199,- Euro auf gerade mal ein Drittel des besagten NX2-Sets und verheißt somit ein echtes Schnäppchen. Stellt sich nur die Frage, was dafür im Vergleich alles geboten wird.

Alles in einem

Als erstes fällt selbstredend das Nexus-typische Layout in unseren Blick, angefangen bei der Mixer-Sektion. Diese präsentiert sich in den Hauptzügen unverändert zum DJM-Vorbild und glänzt unter anderem mit dessen vollständiger Effekt-Sektion. Zusätzlich ist oben zwecks Zugriff auf USB-Dateien und Konsorten die Touch-Display-Einheit eines CDJ-2000 NX2 verbaut. Daneben finden sich in den beiden Decksbereichen die restlichen Hauptfunktionen des CDJs ebenfalls nahezu unverändert wieder, unterhalb der Jogs standesgemäß um acht Pads nebst dazugehörigen Wahltasten ergänzt. Darüber hinaus sind auch praktische Neuerungen mit an Bord, wobei zuerst den Jogwheel-Displays ein schickes Update verpasst wurde. Diese sind nun Grafik-fähig und zeigen neben Sync-Status, Jog-Mode und Wiedergabeposition das Cover-Design des gerade im Deck befindlichen Files. Des Weiteren wurden Master-Ausgang wie Mikrofoneingänge mit dedizierten Dreiband-EQs aufgerüstet. Ferner wurde den Mic-Kanälen eine zweistufige Feedback Reducer-Funktion spendiert, um Rückkopplungen effektiv vorbeugen zu können.

Flexible Spielwiese

Auf Seite der Abspielmöglichkeiten bietet der XDJ-XZ gleich mehrere, äußerst flexible Optionen. Standalone lässt sich auf gleich zwei USB-Sticks parallel zugreifen. Das ermöglicht lückenlose Übergänge zum nächsten DJ an der Reihe. Eine zweite Abspieloption bietet parallel dazu die ProDJ Link-Einbindung von Computer oder Mobile Device mit Rekordbox. In Sachen DJ-Software lässt sich neben Rekordbox DJ neuerdings auch Serato DJ Pro nutzen, was den Kreis potentieller Interessenten nochmals deutlich erweitern dürfte. Last, but nor least lassen sich zusätzlich die Kanäle 3 und 4 über zwei dedizierte LAN-Buchsen und mittels ProDJ Link extern beschicken. Eine dritte LAN-Buchse ermöglicht (als USB B-Alternative) via ProDJ Link-Extension die zusätzliche Einbindung eines weiteren Computers mit Rekordbox.

Praxisvorteile

Im Praxiseinsatz beweist der somit fürstlich ausgestattete XDJ-XZ seine Vorzüge. Klanglich liegt die Qualität unseres Testkandidaten zwar laut Pioneer leicht unter dem Niveau des ungleich teureren, klassischen NX2-Sets sowie über dem des DJM-750 MK2. Einen maßgeblichen Unterschied im Live-Einsatz macht das jedoch für unsere Ohren nicht. Als ausschlaggebend zeigt sich vielmehr die identische, top funktionierende NX2-Bedienung mit vollamtlichen Jogwheels, Touch-Display, Fadern, Filtern und so weiter. Wie am CDJ 2000 NX2 läuft auch am XDJ-XZ das Suchen und Laden von Tracks via USB mithilfe von Browse Encoder und Touch Screen intuitiv. Dasselbe gilt für die Controller-Nutzung mit Rekordbox DJ. Einziger Stolperstein: Die Umschaltung zwischen Deck 1 und 3 sowie 2 und 4 ist zunächst nicht zu finden. Gewusst wie: Bei genauerem Hinsehen erfolgt diese jedoch per Short Cut-Taste (unter dem Browse Encoder) und dann im dazugehörigen Menü auf dem Touchscreen blitzschnell. Auch an die neuen Positionen für Master und Booth-Position hat man sich rasch gewöhnt und die neuen Dreiband-EQs sind eine echte Bereicherung. Müssen zum Beispiel in der Mix-Summe Bässe herausgedreht werden, damit die Nachbarn nicht auf die Barrikaden gehen, kann dies nun ganz bequem eingestellt werden, ohne dadurch an den Kanal-EQs im Mixing behindert zu werden.

Bewertung
Name
Pioneer XDJ-XZ
Pro
  • Preisleistungsverhältnis
  • Alternative zu NX2-Set
  • praktisch identisches NX2-Layout
  • zahlreiche Abspieloptionen
  • Effektsektion des DJM-900 NX2
  • 8 Cue-Pads pro Deck
  • grafische Jogwheel-Displays
  • Mic- und Master-EQs
  • Feedback Reducer
  • erweiterbar via ProDJ Link
Preis
2199 EUR
Fazit

Pioneers neues All-In-One-Flaggschiff bietet eine preiswerte Alternative zum NX2 Komplett-Set, die trotz minimaler Abstriche überzeugt. Wer auf CD-Laufwerke verzichten kann und eine umfassend ausgestattete, flexible DJ-Platz-Lösung mit NX2-Bedienung sucht, die sowohl Standalone als auch als Controller nutzbar ist, sollte sich den XDJ XZ unbedingt näher anschauen.

www.pioneer.com

Mehr zum Thema
zur Startseite