Test

Test: Native Instruments Traktor Kontrol S3 - Kompakter DJ-Controller

Wer bis dato einen dedizierten Traktor-Controller mit vier Kanälen haben wollte, konnte bislang einzig mit den beiden Spitzenmodellen S4 und S8 „in die Vollen“ gehen. Als neue Zwischenstufe soll der S3 dies nun ändern und verheißt eine äußerst schmackhafte Vierkanal-Lösung.

Platzsparendes Vierkanalpaket

Wie schon der S4 kommt auch unser Testkandidat zuallererst mit schön kompakten Abmessungen daher. Speziell in kleinen Clubs mit oftmals nur wenig Platz im DJ-Booth ist das von unschätzbarem Vorteil. Wichtig: Die Größe der Buttons, Potis, Fader und Jogwheels ist nicht zu klein geraten. Gleich mitgeliefert wird eine Traktor Pro 3-Lizenz. Zudem lässt sich der S3 mit der kostenlosen Basisversion Traktor DJ und somit auch via iPad betreiben. Neben besagten vier Mixer-Kanälen zur simultanen Nutzung aller Traktor-Decks erlauben dieselben Filter- und Effekt-Bedienelemente, wie am größeren S4, intuitiven Steuerzugriff. Auch die beiden Deck-Sektionen bieten umfangreiche Funktionalität und sind in Sachen Jogwheels, Loops, Hotcue-Feldern und Konsorten ebenfalls nah am S4. Praktisch: Ein zusätzlicher Jogwheel-Leuchtring zeigt nicht nur an, ob sich der gerade laufende Track seinem Ende nähert. Ebenso leuchtet er gemeinsam mit weiteren, zahlreichen Deck-Buttons in der Farbe des gerade in Traktor ausgewählten Decks. So ist stets klar, welches Traktor-Deck gerade gesteuert wird. Zudem lässt sich jeder der beiden Drehteller per Jog-Taste zwischen CD-Player- oder Vinyl-Modus umschalten - ganz nach Gewohnheit. Last, but not least: erleichtern rund um den Browse-Encoder weitere Zusatz-Funktionen in Gestalt von Favoriten-Auswahl, Preview-Play und automatischem Hinzufügen zur Preparation-Liste die Auswahl neuer Titel. Insbesondere der am S2 nicht vorhandene Browser View-Button erweist sich als äußerst praktisch. Per Knopfdruck schaltet dieser Traktor Pro 3 von Decks- auf Browser-Ansicht um, was blitzschnelles Auswählen und Laden von Tracks ermöglicht.

Konnektivität

Auch in puncto Anschlüsse hat der S3 alle Club-Standards in petto. Ausgangsseitig lässt sich die Master-Summe neben einfachem Chinch-Anschluss auch über ein professionelles Paar XLR-Buchsen abgreifen. Für amtliches Monitoring stehen separat per Booth-Poti regelbare 6,3 mm Klinkenanschlüsse bereit. Zusätzlich erlaubt ein extra Chinch-Eingang das Einspeisen einer zusätzlichen, externen Signalquelle, wie CD-Player oder Ähnlichem. An dieser Stelle gibt es eine entscheidende Einschränkung, denn aus Platzgründen laufen sowohl das externe Signal wie auch das des Mikrofons über den vierten Mixer-Kanal. Dieser muss also stets auf die jeweilige Signalquelle umgeschaltet werden. So ist zum Beispiel eine gleichzeitige Nutzung von Deck D und dem Mikrofon, beziehungsweise „Talkover“ nicht möglich. Auf der Frontseite stehen schließlich noch ein Mikrofoneingang mit XLR-/TRS-Kombibuchse sowie zwecks Kopfhöreranschluss ein kleiner und großer Stereoklinken-Ausgang bereit.

Im Mix-Einsatz

In der Mix-Praxis beweist der S3 einen klasse Workflow, woran View-Funktion & Co. maßgeblichen Anteil haben. In Windeseile sind damit geeignete Tracks in die Decks geladen, was einem gerade bei der mitunter anspruchsvollen Arbeit mit allen vier Decks wertvolle Zeit verschafft. Auch das Arbeiten mit den vier Mix-Kanälen läuft makellos. Die Fader gleiten exakt, EQs und Filter/Effekte packen messerscharf zu und agieren präzise. Einziger Wermutstropfen: Es kann immer nur entweder das Kanal-Filter oder aber einer der vier Kanal-Effekte alleine verwendet werden, nicht jedoch beides zugleich. Auch die intuitiven Loop- und Move-Encoder tragen durch punktgenaues Loop-Setzen im Handumdrehen zum reibungslosen Arbeitsfluss bei. Ein Druck auf den Loop-Encoder aktiviert den Loop, eine kurze Drehbewegung nach rechts oder links bestimmt die Länge. Per Move-Regler lässt sich das Ganze dann auch noch verschieben. Insbesondere auch beim detaillierten Vorhören entpuppt sich das als schnellere, intuitive Alternative zum Durchklicken mit der Maus.

Bewertung
Name
Native Instruments Traktor Kontrol S3
Pro
  • kompakte Abmessungen
  • intuitiver Workflow
  • umfangreiche Traktor-Steuerung
  • top Verarbeitung
  • Traktor Pro 3 inklusive
Contra
  • nicht gleichzeitig nutzbare Kanal-Filter und -Effekte
  • nur Einzelnutzung von Kanal vier
Preis
599 EUR
Fazit

Wer die Vorzüge eines amtlichen Vierkanal-Traktor-Controllers genießen möchte, dabei jedoch nicht alle Extra-Features eines S4 oder S8 braucht, dem bietet der S3 zu vergleichsweise günstigem Preis eine umfassend ausgestattete und zudem platzsparende Alternative.

www.native-instruments.com/de

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