Test

Test: Launchpad Pro mk3 - Standalone-Sequenzer und Ableton-Controller

Nach Launchpad X und Mini ist jetzt auch das große Modell in überarbeiteter Version erhältlich. Die Launchpads wurden ursprünglich als reine Ableton-Live-Controller entwickelt. Zwar unterstützen sie mittlerweile auch andere DAWs wie Logic, die Integration in Ableton ist aber nach wie vor am tiefgehendsten. Über eine Matrix mit 8x8 Pads starten und stoppen Sie in der Session-View von Ableton Ihre Audio- und MIDI-Clips. Dank mehrfarbiger, in der Helligkeit regelbarer Beleuchtung der Pads spiegelt sich die in Ableton eingestellte Farbe für die Clips auch auf dem Launchpad wider, was die Übersichtlichkeit deutlich erhöht. Bei großen Projekten schalten Sie zwischen Gruppen von Clips und Tracks mit den vier Navigationstastern am Rand um, komplette Szenen starten Sie mit den acht Tastern auf der rechten Seite. Im Gegensatz zu den kleineren Modellen müssen Sie für weitere Funktionen wie Stoppen aller Clips der Spur oder Stumm- und Soloschalten von Tracks keine Pad-Reihe opfern, hierfür gibt es am unteren Rand 16 zusätzliche Taster. Mit diesen Tastern haben Sie auch Zugriff auf die Mixersteuerung. Die Pads können wie beim Launchpad X als Fader genutzt werden, um Lautstärke, Panning und Sends zu regeln.

Push-Anleihen

Die Pads des Launchpad Pro lassen sich angenehm spielen und setzen Velocity und Aftertouch nuanciert um. Sie können wie bei Ableton Push auch als Keyboard oder zum Triggern von Drumracks genutzt werden. Die flexiblen Farben der Pads sorgen dabei für mehr Übersichtlichkeit und visualisieren die Grundtöne der Tonart oder die 16 Drumpads. Verschiedene Tonarten lassen sich wählen, um schiefe Noten beim Spielen zu verhindern. Das Launchpad Pro erkennt automatisch, ob in Ableton eine Spur mit einem Synthesizer/Sampler oder ein Drumrack ausgewählt wurde und schaltet die Notenansicht entsprechend um. Sehr hilfreich ist auch der neue Chord-Modus, in dem Sie eigene Akkorde erstellen und auf die Pads verteilen können. So entstehen spannende Akkordfolgen, die Sie auf einem konventionellen Keyboard vielleicht nicht so gespielt hätten.

MIDI-Controller

Das Launchpad Pro lässt sich auch außerhalb von Ableton Live als reiner MIDI-Controller nutzen, umfangreich anpassbar über die Component-Software. Zur Auswahl stehen die oben beschriebenen virtuellen Fader, Keyboard, Drumgrid, MIDI-Noten, Program-Change - alles frei kombinierbar. Jedem dieser Elemente kann dabei eine eigene Farbe zugeordnet werden.

Das Launchpad Pro mk3 verfügt auf der Rückseite über einen MIDI-Eingang sowie zwei MIDI-Ausgänge. Aus Platzmangel sind sie als Miniklinke ausgelegt, passende Adapter werden aber mitgeliefert. Über diese Buchsen können Sie das Launchpad als Keyboard und MIDI-Controller für Hardware-Synthesizer nutzen.

Integrierter Sequenzer

Besonders interessant wird es, wenn Sie den integrierten Sequenzer starten, der auch ohne Computeranbindung funktioniert. Der Sequenzer bietet vier Spuren mit jeweils 32 Steps, die über die oberen vier Padreihen angezeigt werden. Die unteren Padreihen dienen als Tastatur bzw. Drumrack, das kennt man so auch von Ableton Push. Sequenzen lassen sich in Echtzeit einspielen oder Step-by-Step einprogrammieren. Probability sorgt für Abwechslung: Hiermit stellen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, mit der Step abgespielt wird. Mutate dagegen verschiebt einen Step zufällig in der Tonhöhe, bleibt dabei aber in der passenden Tonart. Und auch Ratchets, also schnelle Wiederholungen einzelner Steps lassen sich programmieren. Mit Print-to-Clip lassen sich die Sequenzen per Knopfdruck in einen Clip in Ableton Live verwandeln, bei mehrfachem Druck inklusive Berücksichtigung von Probability und Mutate. Besser geht es kaum. Pro Spur gibt es 8 Pattern, die sich für längere Sequenzen auch verketten lassen. In 16 Scenes verknüpfen Sie die Pattern der vier Spuren. Scenes lassen sich ebenfalls verketten, was sogar komplette Songs ermöglicht.

Die Bedienung ist praxisnah umgesetzt, aufgrund der umfangreichen Funktionen hätten wir uns aber ab und an doch ein kleines OLED-Display zur Parameteranzeige gewünscht.

Bewertung
Name
Novation Launchpad Pro mk3
Pro
  • flexibler Sequenzer
  • verbesserte Haptik
  • Live-Integration
  • MIDI-Anschlüsse
  • Hardware-Controller
Preis
338 EUR
Fazit

Das Launchpad Pro mk3 zeigt sich in jeder Hinsicht verbessert. Die Ableton-Integration ist noch tiefer gehender, die Pads bieten sehr gute Haptik und der Custom-Modus verwandelt das Launchpad in einen frei programmierbaren MIDI-Controller. Das Highlight ist der flexible Standalone-Sequenzer, der dank der eingebauten MIDI-Anschlüsse auch eine Nutzung in einem computerlosen Setup ermöglicht. Sie müssen allerdings etwas Einarbeitungszeit einplanen, um die Funktionsvielfalt komplett zu beherrschen.

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