Test

Test: Genesis Pro - Wirklich besserer Synthesizer als Serum & Nexus?

Die Idee hinter Genesis Pro ist, fette Sounds möglichst schnell und einfach zu kreieren. Dazu stehen zuerst drei verschiedene Oszillator-Arten bereit. Mod Oscillator ermöglicht FM-Synthese, Rom Oscillator spielt ROM-Samples ab und der Multiwave Oscillator hat gleich vier herkömmliche Oszillatoren im Analog-Stil mit sieben klassischen Wellenformen am Start. Der Clou: Entweder kann eine Osc-Sektion im Solo Mode einzeln oder es können per Multi Mode alle drei gleichzeitig erklingen. Zudem lässt sich jede der drei Abteilungen über verschiedene Bereiche der MIDI-Tastatur mappen, sodass verschiedene Sounds gleichzeitig gespielt werden können. Der weitere Signalweg hinter den Oszillatoren verläuft schließlich klassisch mit ADSR-Hüllkurven, Filter, Effekten, LFOs sowie Master Effekten am Ende. Zusätzlich bietet eine Mod-Matrix zwei Slots für Modulationsverbindungen aus zahlreichen Quell- und Zielparametern. Abgerundet wird alles unter anderem durch Step Sequencer, Arpeggiator und eine clevere Auto Chord-Funktion.

Bedienung

Zu jeder Sektion eröffnet das zentrale Multi-Display zusätzliche Bedienelemente sowie sonstige Einstellungen. Beispiel Effects: Wird einer der 14 Effekte angewählt, lassen sich im Multi-Display sogleich alle gewünschten Einzel-Effekte hinzu- oder wegschalten. In der Effects-Abteilung selbst werden dann die Einstellungen am gerade angeklickten Effekt vorgenommen. Apropos: Beim Einstieg in all solche Funktionen hilft eine liebevoll gemachte Quick Guide-Funktion, die allerdings nur durch einen Trick aufrufbar ist. Dazu muss im Multi-Display das Main-Menü aufgerufen, darin der Menu-Reiter und dort Single Mode angeklickt werden. Wird nun im Preset-Namensfeld der Befehl „guide me“ eingegeben, erscheint ein animierter „Guide Bot“. Dieser führt einen via angezeigtem sowie gesprochenem Text durch jede Sektion, zu alledem wie in einem Videospiel von entspannter Musik untermalt (sic!). Auf ähnlichem Wege lässt sich auch die Bedienoberfläche individualisieren: Wird „picasso mode“ eingetippt, öffnet sich das entsprechende Menü. Weitere Hidden Gems: Die Eingabe von „press start“ und „lost in space“ aktiviert zwei Extra-Skins.

Klang & Praxis

Die mitgelieferten Preset-Sounds klingen allesamt hervorragend und fertig, wobei von Leads und Plucks über Bässe und Pads bis hin zu Sequences und Vocal-Klängen allerhand geboten wird. Die Größe der Werks-Library hält sich mit 128 Presets zwar in Grenzen. Dafür ist eine clevere Funktion zum Erschaffen neuer Klänge an Bord, nämlich der per Multi-Display erreichbare X-Gen Tone Generator. Dieser zaubert auf Knopfdruck Grundklänge aus den drei Kategorien Soft, Hard und Plucked Tone. An dieser Stelle finden sich zudem bereits fertig vorkonfigurierte Effekt-, Modulations- sowie Layering-Templates, mit denen sich neue Klangkreationen im Handumdrehen veredeln lassen.

Bewertung
Name
OZ Soft Genesis Pro
Preis
1 EUR
Fazit

Der Ozcan´sche Ruf hält, was er verspricht. Genesis Pro liefert oberfette, fertig klingende und auf den Punkt gebrachte Sounds, die sich unter anderem für House, Trance, Bigroom oder Hardstyle, aber auch für Pop top eignen. Zwar ist das Plug-in (noch) nur in 32 Bit erhältlich. Doch für inklusive Steuern etwas mehr als einem Euro ist dieses Plug-in praktisch ein Pflichtkauf.

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