Test

Presonus Atom: Controller für Studio One Impact im Praxis-Check

Atom ist ein kompakter Pad-Controller von Presonus, optimiert für die Steuerung des in Studio One integrierten Drum-Samplers Impact. Doch wie schlägt sich dieser Controller in der Praxis?

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Features
  • USB Pad Controller
  • optimiert für Studio One
  • 6 anschlagdynamische RGB-Pads
  • polyphoner Aftertouch
  • 8 Pad Bänke
  • 20 frei zuweisbare Taster
  • 4 Encoder
  • Note Repeat
  • Full Velocity

Der Controller macht einen soliden ersten Eindruck. Die vier großen Regler bieten einen angenehmen Drehwiderstand, die Taster haben einen spürbaren Druckpunkt. Die 16 Pads sind kleiner ausgefallen als beispielsweise bei Maschine, bieten aber ein ordentliches Spielgefühl. Atom ist kompakt ausgefallen und passt auch ins kleine Desktop-Studio, eventuell sogar links oder rechts auf das Masterkeyboard. Die Stromversorgung erfolgt über das USB-Kabel, mit dem Sie Atom auch mit dem Computer verbinden. Nach Einrichtung und Auswahl in Studio One wird Atom bei Auswahl einer Instanz von Impact automatisch aktiviert. Die Pads triggern die Instrumente, die mehrfarbige Hintergrundbeleuchtung der Pads passt sich der Farbgebung der Impact-Pads an. Sie können mit Atom durch die Impact-Kits browsen, mangels Display am Controller müssen Sie sich dabei aber auf Ihr Gehör verlassen oder einen Blick auf den Computer-Monitor werfen.

Über eine Tastenkombination erzeugen Sie mit Atom ein leeres Pattern. Die 16 Pads erfüllen mehrere Doppelfunktionen in Verbindung mit verschiedenen Tastern wie Setup und Shift, die allerdings nicht alle auf dem Controller abgedruckt sind. Hier hätte eine zusätzliche Beschriftung zumindest in der Anfangsphase geholfen. Nachdem Sie ein Pattern erstellt haben, aktivieren Sie am Controller die Aufnahme und können dann in Echtzeit über die 16 Pads Ihren Beat direkt in Studio One einspielen. Eine nachträgliche Quantisierung ist ebenfalls über den Controller möglich.

Sensitive Pads

Beim Live-Einspielen fiel uns auf, dass die Pads auf leichten Anschlag gar nicht reagieren. Sie müssen schon eine gewisse Kraft aufwenden, um den Sound zu triggern. Im Vergleich zu einer Maschine mk3 ist ein signifikanter Unterschied bemerkbar. Eine Hi-Hat-Figur mit Variationen von ganz leise bis richtig laut konnten wir mit Atom nicht realisieren. Auch die drei zur Auswahl stehenden Velocity-Kurven schafften keine spürbare Abhilfe. Es bleibt nur der Weg, insgesamt kräftiger zu spielen und nachträglich die Velocity zu editieren. Dies geht mit den vier Navigationstastern recht komfortabel, denn hiermit wählen Sie über den Controller einzelne oder mehrere Noten aus und passen dann mit zwei Pads die Velocity nach oben oder unten an. Auch hierbei ertappten wir uns aber dabei, parallel immer Blick auf dem Monitor zu haben, um die Orientierung nicht zu verlieren.

Atom bietet eine Note-Repeat-Funktion mit verschiedenen Teilern. Hierbei zahlt sich die Druckdynamik der Pads aus, Sie können also bei gehaltenem Pad mit Note Repeat die Lautstärke per Aftertouch noch variieren – schön für lebendige Hi-Hat-Sequenzen oder Snare-Fills.

Step-Sequenzer-Steuerung

Alternativ zum Einspielen in Echtzeit gibt es auch die Möglichkeit, die Drums Step-by-Step zu programmieren. Die Pads bilden dann die 16 Schritte eines Pattern ab. Sie wählen mit den UP/DOWN-Tastern ein Instrument, z.B. die Kick und aktivieren dann durch Druck auf eines der Pads den entsprechenden Step. Dieser Step leuchtet heller, die anderen 16 Steps fungieren mit abgeschwächteren LEDs als Lauflicht und zeigen die aktuelle Postition des laufenden Sequenzers an. Wie bei NI Maschine laufen die Steps in vier horizontalen Linien mit jeweils vier Schritten von links unten nach rechts oben, was für Nutzer anderer Controller wie Push zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist. Eine 4-on-the-floor-Bassdrum setzen Sie also, indem Sie die vier linken Pads 1,5,9,13 aktivieren.

Leider differenziert Studio One zwischen in Echtzeit eingespielten und Step-by-Step programmierten Pattern. Wenn Sie Kick und Snare per Pads eingespielt haben, können Sie nicht einfach in die Step-Programmierung wechseln und einzelne Steps bearbeiten oder neu setzen. Und wenn Sie Step-by-Step anfangen und dann in Echtzeit darüber spielen, macht Studio One daraus ein neues Pattern, das zur gemeinsamen Bearbeitung zunächst wieder kombiniert werden muss. Hier besteht also durchaus noch Optimierungspotenzial im Rahmen eines Updates.

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Fazit

Atom bietet relativ umfangreiche Steuerungsmöglichkeiten, die mangels Display und aufgrund zahlreicher Doppelbelegungen aber etwas Einarbeitungszeit benötigen. Auch die Trennung zwischen Echtzeit-Recording und Step-Eingabe erscheint verbesserungswürdig, ebenso wie die Empfindlichkeit der Pads. Für Studio-One-Nutzer ist der kompakte und günstige Controller aufgrund der engen Einbindung in den DAW-eigenen Drum-Sampler Impact aber derzeit konkurrenzlos.

Dieser Artikel ist in unserer Heft-Ausgabe 158 erschienen.

Bewertung
Name
Presonus Atom
Pro
  • günstiger Preis
  • kompakte Form
  • viele Funktionen
  • mehrfarbige Pads
  • Step-Sequenzer
Contra
  • Pads reagieren nicht auf leichten Anschlag
Preis
139 EUR
Bewertung
(83%)
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