Test

DJ Controller zum Scratchen: DDJ-FLX-6 von Pioneer DJ im Test

Für Newcomer, die sich an einen 4-Kanal DJ Controller wagen, will Pioneer mit dem DDJ-FLX6 in die Clubs und Events vorstoßen: Seine großen Jog-Wheels verheißen kreative Mixe und Scratch-Einlagen. Zwischen dem Einsteiger-DJ-Controller DDJ-400 und dem großen DDJ-1000 reiht sich das 4-Kanal-Modell DDJ-FLX6 von Pioneer DJ ein, das die Zielgruppe der Einsteiger-DJs, als auch Amateur-DJs mit gewissen DJ-Vorkenntnissen ins Auge fasst.

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Anschlüsse und Verarbeitung

Die Verbindungen des stabil verbauten, jedoch nicht rutschfest stehenden DJ Controllers sind mit dem Master- und Boothausgang (Cinch) und dem Klinken-Mikrofoneingang recht überschaubar. Doch die USB-B-Schnittstelle und das integrierte Audio-Interface gewährleisten die Computeranbindung.

Dank Plug-and-Play wird die sonst kostenpflichtige DJ-Software rekordbox und Serato DJ Pro nicht nur kostenfrei freigeschaltet, vielmehr entfallen aufwändige Installationsroutinen. An der Vorderseite gibt es noch zwei Kopfhöreranschlüsse und Parameter zur Steuerung des Monitor- und Kopfhörersignals. Anschlüsse für externe Linesignale sind jedoch
nicht vorgesehen.

Players und Pads

Das Hauptaugenmerk an den Decks sind die Jog-Wheels, die über die Dual-Tasten 3 und 4 zum simultanen Scratchen mit vier Decks einladen. Optisch wecken sie Assoziationen an den Club-Standard der CDJ 3000er - jedoch zum Bruchteil des CDJ-Preises! Innerhalb der Jogwheels ist eine Anzeige der Wiedergabeposition, sodass man sich beim Scratching gut orientieren kann.

Der Clou ist der aktivierte Jog Cutter, eine Art Scratch-Assistent, mit dem man zuletzt passierten Hot Cue ein Scratch-Effekt per Jog Wheel erzeugen lässt. Bis zu zehn verschiedene Scratchmuster können entsprechend der Abspielposition angesteuert werden. Wie vom Hersteller gewohnt, gibt es auch bei diesem Controller für jeden Player acht multifunktionale Performance Pads. Sie dienen vorrangig zum Triggern von Hot Cues und Samples, sowie dem Beat-Jumping. Die Pad-Effekte wie beispielsweise Filtermodulationen, Echos oder Vinyl-Stops sind zudem für spannende DJ-Mixe und Live-Remixe gerüstet. Als würde das nicht schon allein die Vielseitigkeit untermauern, entlocken Scratch-Effekte auf den Pads als extra Jog-Mode zusätzliche Euphorie.

Scratch-Effekte

Im Mischpult dient ein Drei-Band-Equalizer als Klangregelung mit einer Absenkung von 26 dB bzw. einer Anhebung um 6 dB. Noch intensiver lässt sich der Sound per Soundcolour-Regler filtern. Für mehr Spannung und Dramaturgie im DJ-Set sind die neuen Merge-FXs vorgesehen, die von einem leuchtend umringten Encoder in der Intensität kontrolliert werden, nachdem einmal darauf gedrückt wurde. Zur Auswahl stehen die vier Presets Build FX, Build Sample, Release FX und Drop Sample zusammen.

Über rekordbox ist eine individuelle Konfiguration mit den 41 Effekttypen der Merge-FXs möglich. Durch erneutes Drücken wird der Effekt ausgelöst, um elegant in den nächsten Track auch ohne Beatmatching überzublenden. Für unerfahrene DJs ist das eine gute Unterstützung.

Nicht minder eindrucksvoll gestaltet sich das Sample Scratching. So kann der neue Pad-Modus in rekordbox mit Scratchsamples für den Sampler befüllt werden, um damit kreativ scratchen
zu können.

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Praxis

Das Zusammenspiel der kompatiblen und mitgelieferten Software rekordbox und Serato DJ Pro mit dem DJ Controller verlief ohne merkliche Latenzen. Der Songtransfer über die Load-Taste am jeweiligen Kanal ist sehr gut gelöst. Für den größten Unterhaltungsfaktor sorgen jedoch die reichhaltigen Scratch-Optionen mit Jog-Cutter sowie über die Software mit Sample-Scratch. Die Individualität des DJ-Sets wird durch die gut klingenden und vielseitigen Softwareeffekte (inklusive Beat-FX), als auch durch die Merge FXs forciert. Letztere sind nicht nur für elegante Übergänge eine Bereicherung, auch zum Live-Remixing in Kombination mit Loops über die Performance Pads, konnten sie sich in der Praxis behaupten.

Fazit

Streaming-DJs, Home-DJs sowie mobile DJs die über erste DJ-Kenntnisse verfügen und auf die Jog-Wheelgröße der Premiumklasse CDJ 3000 Wert legen, aber auch mit einem gut ausgestatteten 4-Kanal Controller zum akzeptablen Preis arbeiten wollen, sind mit dem DDJ-FLX6 gut aufgehoben. Die variantenreichen Effekte und das Sample-Scratching, sowie der Jog Cutter werten die Mischkonsole zusätzlich auf.

Bewertung
Name
Pioneer DJ DDJ-FLX6
Pro
  • Jog-Wheels
  • Jog Cutter
  • Sample-Scratch
  • Effektvielfalt
  • rekordbox und Serato DJ Pro
Contra
  • externe Eingänge nicht vorhanden
Preis
599 EUR
Bewertung
(92%)
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