Ratgeber

Tutorial Ableton Live: Mixdown für Performance optimieren

Beim Mixdown balancieren Sie zwischen künstlerischem Ausdruck und möglichst ausgewogener Wiedergabe auf verschiedenen Abhörsystemen. Für eine heimische Stereo-Anlage gelten allerdings andere Maßstäbe, als für eine Club- oder Live-PA. So kann es vorkommen, dass ihr Mix auf einem HiFi-System perfekt klingt, im Club aber nicht den nötigen Druck entwickelt. Wie Sie Ihren Mix für die Live Performance oder als Live-Playback optimieren erfahren Sie im folgenden Workshop.

Projekt-Infos:

Material: Ableton Live 10

Zeitaufwand: 30 Minuten
Inhalt: Anpassen eines Mixdowns für eine Live- bzw. Club-PA, verschiedene Möglichkeiten Dynamik zu verstärken, Sounds auf PA druckvoll rüber bringen, Ausbalancieren von Stereo-Sounds.

Schwierigkeit: Fortgeschrittene

Schritt 1: Song-Dynamik variieren

Singen oder spielen Sie während Ihrer Live Performance ein Instrument, sollte das Publikum nicht nur begeistert sein, wenn Sie in Aktion sind. Auch die Musik, also das Backing, selbst, sollte zu jeder Zeit begeistern. Mixen Sie daher sehr dynamisch, damit ihr Publikum richtig mitgehen kann. So sollten dann auch im Drop bzw. Chorus das Hauptmotiv und der Beat signifikant am lautesten sein. 

Schritt 2: Level steigern

Automatisieren Sie das Volume des Lead-Instruments permanent, sodass es lebendig klingt. Bleiben Sie im Level 4-5 dB unter dem Drop bzw. Chorus, sodass dort noch ein deutlicher Volumenanstieg stattfinden kann. Auch der Beat sollte im Drop um ca. 6 dB zulegen. Sorgen Sie im Drop für mehr Energie durch das Einfügen von Percussions, oder auch einer (808) Kick mit Sub, die nur im Drop zu hören ist. 

Schritt 3: Programming anpassen

Arbeiten Sie die Dynamik innerhalb einer Spur bzw. eines Takts sorgfältig aus. Die Unterschiede erscheinen subtil, sorgen aber für einen musikalischen Gesamteindruck Ihres Mix. Variieren Sie z.B. die erst im Drop einsetzende (808) Kick, sodass alle Zählzeiten innerhalb eines Takts einen um 1-3 dB geringeren Level haben, als die Kick auf der ersten Zählzeit. Tunen Sie die Kick zur Tonart des Tracks.

Schritt 4: Physikalische Energie

Club-PAs haben häufig einen Limiter vorgeschaltet, um sie vor Überlastung zu schützen. Das bedeutet aber, dass Ihr Mix dafür dynamischer sein sollte, als normalerweise. Damit die Lautsprecher-Membran schneller beim Snare-Schlag auslenkt und den nötigen Druck erzeugt, fügen Sie der Snare mehr physikalische Energie zu, indem Sie die Transienten ausformen. Laden Sie dazu den Drum Bus in die Snare-Spur.

Schritt 5: Transienten ausformen

Stellen Sie beim Drum Bus Crunch auf 30%, um dem oberen Mittenbereich anzuzerren und dadurch mehr Präsenz zu geben. Wählen Sie für Transients 0.22 und regeln Sie Out etwas herunter, sodass der Pegel bei ein- und ausgeschaltetem Effekt in etwa gleich ist. Wichtig ist im Club ebenso, dass Stereosignale ausbalanciert sind, damit das Publikum an jedem Ort einen möglichst gleichbleibenden Höreindruck hat.

Schritt 6: Stereo ausbalancieren

Damit Lead-Instrumente überall druckvoll klingen, legen einen Utility-Effekt in den Track. Aktivieren Sie die Option Bass Mono und wählen Sie eine Grenzfrequenz um 260 Hz. Verbreitern Sie gleichzeitig die Stereobasisbreite, indem Sie beim Utility Effekt Stereo Width auf einen Wert zwischen 110 und 135% stellen. Bei allen Kicks und Bässen setzen Sie ebenfalls einen Utility mit aktiviertem Bass Mono ein. 

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