Test

Yamaha AG03 & AG06

Preiswerte Mixer-USB-Interface-Kombis liegen im Trend. Was einst als Nischen-Lösung für Podcaster, Gamer & Co. begann, wird nun auch zum beliebten Allrounder im heimischen Studio.

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Zum Test standen die beiden Modelle AG03 und AG06, die jeweils in einem soliden Gehäuse aus weiß lackiertem Metall mit farblich passendem Plastikrand stecken und einen robusten, auch roadtauglichen Eindruck machen. Auch Details wie der gegen versehentliche Betätigung geschützte Ein-/Ausschalter weisen auf eine Live-Tauglichkeit hin, und mithilfe eines optional erhältlichen Adapters lassen sich die Mischpulte auch auf ein Mikrofonstativ montieren. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Modellen liegt in der Anzahl der Eingangskanäle. Das AG03 bietet bis zu drei gleichzeitig nutzbare Eingänge: eine kombinierte XLR/Klinke-Buchse für ein Mikrofon sowie zwei Klinkenbuchsen für ein Stereo-Linesignal. Alternativ dazu gibt es auch eine Monoklinke für den Anschluss einer E-Gitarre oder Bass, der als Hi-Z Eingang ausgelegt ist und daher den direkten Anschluss der Instrumente ermöglicht. Der Mikrofoneingang verfügt über zuschaltbare 48-Volt-Phantomspeisung für Kondensatormikrofone sowie einen PAD-Schalter zur Absenkung. Das Mikrofon wird mit einem angenehm langen, aber etwas leichtgängigen 60-mm-Fader eingepegelt. AG06 Das AG06 dagegen bietet sechs parallel nutzbare Eingänge. Über eine zweite XLR/Klinke-Kombi lässt sich ein zweites Mikrofon oder E-Gitarre/Bass anschließen, ein Cinch-Pärchen ist für den Anschluss von z.B. CD- oder MP3-Spieler vorgesehen. Auf den Fader muss beim größeren Modell verzichtet werden, wohl aus Platzgründen wird hier alles per Poti gepegelt. Beide Geräte bieten zusätzlich noch zwei Miniklinken-Eingänge zum Anschluss eines Headsets, was vor allem für Gamer interessant sein dürfte, sowie einen nicht weiter regelbaren Aux-Eingang mit Stereo-Miniklinke für Smartphone & Co. USB-Audio An Ausgängen stehen drei Klinkenbuchsen für linken und rechten Lautsprecher sowie Kopfhörer zur Verfügung. Die Lautstärke lässt sich für Boxen und Kopfhörer getrennt regeln – sehr schön. Der AG06 verfügt zusätzlich über einen zweiten Stereo-Ausgang, ebenfalls als Dual-Monoklinke ausgelegt. Auf der Rückseite findet sich die USB-Buchse zum Anschluss an Computer oder Tablet. Eine weitere Micro-USB-Buchse erlaubt den Anschluss eines externen Netzteils oder Battery-Packs, falls ein Mobilgerät nicht genug Strom zur Verfügung stellen kann. Ein dickes Lob hierfür! Die Mischer werden von Mac und iPad direkt erkannt, für Windows-Rechner ist eine Treiberinstallation notwendig. Yamaha hat das Routing geschickt gelöst: Über einen Schalter kann bestimmt werden, ob entweder die Kanäle 1 und 2 unbearbeitet und getrennt über USB aufgenommen werden, alle Eingänge zusammengemischt oder sogar das Ausgangssignal des Computers dazugemischt und mit aufgenommen werden soll (letztere Option ist vor allem für Webcaster interessant). Monitor Mute schaltet das Direct Monitoring für Mikrofon und Gitarre aus, wenn dies z.B. von der DAW übernommen wird.

Fazit
Die Yamaha AG-Serie macht nicht nur äußerlich einen soliden Eindruck, sondern überzeugt mit einer Vielzahl an interessanten Features. Hervorzuheben sind neben dem durchdachten Routing die hervorragend klingenden Effekte. In Verbindung mit den D-Pre-Mikrofonvorverstärkern, die Yamaha auch in seinen Profi-Mischpulten einsetzt, und dem mit 24 Bit/192 kHz hochauflösenden USB-Audiointerface liefert die AG-Serie einen neuen Qualitätsstandard in Sachen Klang in dieser Preisklasse.

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von Jan Wilking

Beat-Bewertung: 6 von 6 | Preis: 118/149 Euro

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