Test

Test: Behringer CAT - Exotischer Synth im Eurorack-Format

Behringer CAT (Jetzt auf Amazon kaufen) ist ein Nachbau des duophonen Analogsynthesizers Octave CAT. Das Original wurde vier Jahre nach dem ARP Odyssey veröffentlicht (1976) und zeigte sich deutlich inspiriert von dem beliebten ARP-Synthesizer, bot aber auch einige zusätzliche Möglichkeiten. Wesentlicher Unterschied zum ­Octave Cat ist neben einer allgemeinen Verkleinerung der Bedienoberfläche und -elemente die fehlende Tastatur.

Eurorack-Format

Wesentlicher Unterschied zum -Octave Cat ist neben einer allgemeinen Verkleinerung der Bedienoberfläche und -elemente die fehlende Tastatur. So lässt sich die CAT platzsparend auf dem Desktop platzieren oder in ein Eurorack einbauen, was aufgrund der gegenüber dem Original erweiterten CV-Anschlüsse durchaus Sinn macht. KeyboardCV/Gate und die Hüllkurven stehen als CV-Ausgänge zur Verfügung. Eingangsseitig lassen sich beide Oszillatoren getrennt in der Tonhöhe steuern, ebenso wie VCA, Filterfrequenz und Resonanz. 

Aufgrund der Option des Eurorack-Einbaus sind alle Eingänge und -Ausgänge von der Front aus zugänglich. Im Gegensatz zu anderen Behringer-Modellen sind erfreulicherweise auch MIDI-IN und -THRU sowie USB auf der Front platziert, was vor allem Firmware-Updates bei Rackeinbau erleichtert. MIDI ist leider beschränkt auf NoteOn/Off und Pitchbend. Auf der Rückseite befinden sich vier DIP-Schalter zur Einstellung des MIDI-Kanals, zwei zusätzliche Audioausgänge (High/Low) in Form von 6,3mm-Klinkenbuchsen und der Anschluss für das externe Netzteil.

Mischbare Wellenformen

Die Klangerzeugung wurde identisch vom Original übernommen. Zwei Oszillatoren stellen die Wellenformen Rechteck und Sägezahn zur Verfügung, bei Oszillator 1 ist die Pulsweite modulierbar und es gibt eine zusätzliche Dreieckwelle. Als Besonderheit lassen sich die Wellenformen über etwas kurz geratene Fader mischen. In Verbindung mit einem eigenen Suboszillator für jeden Oszillator beherrscht die CAT (Jetzt auf Amazon kaufen) sehr satte und volle Leads und abgrundtiefe Bässe, die mit einem Odyssey nicht umsetzbar sind. Oszillator 2 lässt sich soft oder hart synchronisieren, aufgrund des weiten Tonhöhenumfangs kommt es dabei aber zu unschönen Knacksern und Aussetzern bei Modulation über Hüllkurve oder LFO. Dieses Problem gab es schon beim Original, aber gefühlt nicht ganz so extrem. Besser gefallen haben uns die FM-Sounds (Oszillator 1 und 2 können sich gegenseitig in der Frequenz modulieren), auch wenn sie nicht ganz die Transparenz und Organik des Originals erreichen.  

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die CAT auf Oszillatorebene ungewöhnlich flexibel für einen günstigen Analogsynthesizer ist. Nette Features wie die Option, Oszillator 1 für Modulationszwecke von der Tonhöhe zu entkoppeln und aus dem Audioweg zu entfernen, runden das positive Bild ab. Als Sahnehäubchen lassen sich für duophones Spiel beide Oszillatoren getrennt in der Tonhöhe steuern. 

Kräftiger Sound

Gemischt mit dem Rauschgenerator oder einem externen Audiosignal wandern die Oszillatoren in das 24dB-Tiefpassfilter, für dessen Modulation eine loopbare ADSR-Hüllkurve zur Verfügung steht. Behringer hat sich beim Filter am ersten Modell der CAT orientiert und deshalb leider auf die 12dB- und Hochpass-Option verzichtet. Im direkten Vergleich zum Behringer Odyssey unterscheidet sich das Filter in Kombination mit den Oszillatoren doch recht deutlich im Klang. CAT klingt untenrum druckvoller und edler, eher in Richtung Minimoog, während Odyssey mit seinem mittigeren Sound etwas punkiger, funkiger und charaktervoller tönt. In der Hüllkurvenabteilung, die in Anlehnung an klassische Analogsynthesizer jetzt rechts platziert wurde (statt links wie beim Original), befindet sich auch ein S&H-Generator, mit dem sich Oszillator 1, 2 und/oder Filterfrequenz für unberechenbare Änderungen modulieren lassen. Eine simple AR-Hüllkurve ist für den Lautstärkeverlauf zuständig, alternativ kann hierfür wie beim Odyssey auch die ADSR-Envelope genutzt werden.

Fazit

Behringer baut einen Synthesizer aus den 70ern nach, der seinerseits bereits als Klon des ARP Odyssey galt. Auf den ersten Blick wirkt das verwunderlich, im Test erwies sich die CAT aber trotz des ähnlichen Aufbaus als eigenständiger Synthesizer mit deutlich unterscheidbarem Klang. Die mischbaren Wellenformen mit doppeltem Suboszillator machen CAT (Jetzt auf Amazon kaufen) in Kombination mit dem satten Filterklang zu einem wahren Bassmonster, und die erweiterten FM-Möglichkeiten erlauben interessante obertonreiche und metallische Sounds. Wer einen überraschend flexiblen Analogsynthesizer als kompakte Ergänzung für Desktop-Studio oder Modularrack sucht, kann zu dem günstigen Preis bedenkenlos zuschlagen.

Bewertung
Name
Behringer CAT
Website
Pro
  • kräftiger Sound
  • mischbare Wellenformen
  • 2 Suboszillatoren
  • Duophon
  • Flexible FM
  • CV-Anschlüsse
  • Eurorack-Format
  • Preis
Contra
  • Sync-Sounds schwer kontrollierbar
  • spartanische MIDI-Funktionen
Preis
319 EUR
Bewertung
(92%)
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