Test

Studiomonitor im Test: ADAM Audio T7V

Mit den T7V betritt ADAM neue Preisregionen, die Einsteigermodelle sind zum Paarpreis von unter 400 Euro erhältlich. Perfekte Partner im Desktop-Studio?

Features
  • 2-Wege Nahfeldmonitor
  • Bassreflex-System
  • 7-Zool-Woofer mit 50 Watt
  • 1,9-Zoll-Bändchenhochtöner
  • rückseitige Bassreflexöffnung
  • Frequenzbereich: 39 Hz – 25 kHz
  • Korrektur-Filter
  • Anschlüsse: XLR, Cinch

​Wer sich einen Studiomonitor von ADAM Audio leisten wollte, musste bisher etwas tiefer in die Tasche greifen. Mit der neuen T-Serie, bestehend aus der T5V und der T7V, betritt der Hersteller aus Berlin neue Preisregionen, selbst das größere Modell ist für unter 200 Euro pro Stück im Fachhandel erhältlich. Inwieweit hierfür Kompromisse eingegangen werden mussten, haben wir an den T7V getestet.

7 Zoll im Nahfeld?

Das Gehäuse mit den abgeschrägten Kanten ist im typischen ADAM-Look und wirkt dadurch professionell. Die Boxen sind für 7-Zoller relativ schmal ausgefallen und mit einem Gewicht von 7,1 kg auch nicht sonderlich schwer.

Der T7V ist ein aktiver Nahfeldmonitor und als vertikal ausgerichtetes 2-Wege-System angelegt. Er verfügt über einen 7-Zoll-Tieftöner, der eine Basswiedergabe bis zu 39 Hz ermöglicht, während die Membran des U-ART Hochtöners einen unverfälschten und erweiterten Hochtonbereich von bis zu 25 kHz bieten kann. Die Übergangsfrequenz liegt bei 2,6 kHz. Der U-ART Hochtöner ist eine Neuentwicklung für die T-Serie, es handelt sich wohl um eine kostengünstige Variante des bekannten AMT, beziehungsweise des X-ART und S-ART getauften Nachfolgers in anderen ADAM-Boxen. Dieser Schallwandler hat eine Ziehharmonika-ähnliche Membran, auf der sich Leiterbahnen aus Aluminium befinden. Hierdurch wird die Luft schneller angetrieben, um ein besseres Impulsverhalten und einen höheren Wirkungsgrad zu erreichen. Er ist in einem Waveguide verbaut, der aus der S-Serie von ADAM bekannt ist und die gleiche Abstrahlcharakteristik aufweisen soll. Der U-ART Hochtöner wird mit einem 20-Watt-Verstärker versorgt, während ein 50-Watt-Verstärker den Tieftöner antreibt.

Bassreflexöffnung der ADAM T7V

Die metallene Rückwand des T7V beherbergt die Bassreflexöffnung. Diese rückseitige Anordnung ist ungewöhnlich für ADAM-Boxen und kann für die bekannten Probleme bei wandnaher Aufstellung sorgen. Diesen Punkt sollten Sie unbedingt vor dem Kauf beachten, denn die T7V bieten keine spezielle Anpassungsmöglichkeit für die Aufstellung in Wandnähe oder Ecken. Es können lediglich mit zwei Schaltern hohe oder tiefe Frequenzen um jeweils 2 dB angehoben oder abgesenkt werden, Angaben zum genauen Frequenzbereich macht ADAM leider nicht.

Darunter befindet sich der Lautstärkeregler mit einem ungewöhnlich weiten Regelbereich von -60 dB bis +18 dB. Da der Regler über keinerlei Rasterung verfügt, kann eine korrekte Abstimmung beider Boxen zur nervenaufreibenden Feinarbeit werden. Im Test erschienen uns die Boxen bei 0 dB auch leiser zu sein als vergleichbare Boxen, aber der Pegelregler hat ja genug Luft nach oben.

Zum Anschluss der Audioquelle stehen eine symmetrisch ausgelegte XLR-Buchse sowie eine Cinch-Buchse zur Verfügung, die Stromversorgung erfolgt über einen Kaltgerätestecker. Eine grüne LED signalisiert die Einsatzbereitschaft.

Klang des ADAM T7V: unangestrengt

Nach dem Einschalten fällt ein leichtes Grundrauschen auf, was angesichts des günstigen Preises aber tolerierbar ist. Positiv ist die geringe Anfälligkeit für Störgeräusche wie Einstreuungen von Mobilfunkgeräten.

Die T7V liefern ein sehr ausgeglichenes und unangestrengtes Klangbild. ADAM-typisch gelingt die Abbildung der hohen Frequenzen sehr gut. Die schnelle Ansprache der U-ART-Membran ermöglicht eine hervorragende Transienten-Wiedergabe. Die gleichmäßige Wiedergabe hoher Frequenzen durch den Waveguide sorgt für einen breiten Sweetspot, sodass Sie beim Abhören problemlos die Sitzposition ändern können.

Auch der Bassbereich wird präzise und mit gutem Impulsverhalten wiedergegeben, allerdings zaubert die Box hier nicht und gibt sich den Gesetzen der Physik geschlagen: Wer richtig tiefe Bässe braucht, sollte einen Subwoofer im Budget berücksichtigen. Räumlichkeit und Detailabbildung sind für diese Preisklasse ebenfalls sehr gut gelungen. Die Mitten wirkten auf uns ein wenig unterbetont, sodass unter anderem der Gesang etwas zu gefällig abgebildet wurde und vor allem rockigere Nummern ein bisschen zu langweilig und nüchtern wirkten. Wer auf präsente Mitten steht, sollte sich daher im Vergleich einmal die ähnlich günstigen Mackie MR824 anhören, die den ADAM allerdings im Höhenbereich unterlegen sind.

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Bewertung
Name
ADAM Audio T7V
Pro
  • sehr gute Höhenabbildung
  • ermüdungsfreies Arbeiten
  • Transienten-Wiedergabe
  • Impulstreue
  • professionelle Optik
  • günstiger Preis
Preis
199 EUR
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