Test

Fostex PM0.4c im Test: So gut klingen diese aktiven Monitore wirklich

Fostex präsentiert mit den PM0.4c kompakte Aktive für einen Einsatz auf dem Desktop. Eine Empfehlung für Sounddesigner, Cutter, Songwriter, Podcaster und Gamer?

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Features:
  • 2-Wege Monitorboxen
  • Bassreflex-System
  • 4 Zoll Fieberglas-Tieftöner
  • ¾ Zoll Hochtöner
  • Übertragungsbereich: 60 Hz – 20 kHz
  • Trennfrequenz: 1,6 kHz
  • Leistung: 2 x 30 Watt
  • Anschlüsse: Cinch

Die PM0.4c wollen die Nachfolge der Monitorboxen PM0.4d.antreten. Die Boxen sind nur paarweise in den Farben weiß oder schwarz erhältlich. In Anbetracht des verbauten Tieftöners ist das Gehäuse relativ großzügig ausgestaltet, die PM0.4c gehören mit Abmessungen von 13 mal 22 mal 17 Zentimetern nicht unbedingt zu den kleinsten uns bekannten 4-Zöllern. Das Holzgehäuse ist chic und edel ausgefallen, die PM0.4c gefallen vom Design her besser als der Vorgänger und machen eine gute Figur auf dem Studiotisch. Insbesondere das Gehäuse sorgt auch für ein anständiges Gewicht von 2,4 (aktive Box) beziehungsweise 2,1 Kilo (passive Box), sodass die Lautsprecher soliden Stand haben und sich nicht so leicht vom Platz bewegen lassen. Leider wird keinerlei Aufstellhilfe mitgeliefert, für eine Entkopplung von der Tischplatte und gewünschte Schrägstellung der Boxen müssen Sie selbst die nötigen Utensilien besorgen. Technisch basieren die Boxen auf einem 2-Wege Bassreflex-System mit einem 4 Zoll großen Fieberglas-Tieftöner und einem ¾ Zoll Kalotten-Hochtöner, der eingebaute Verstärker mit zwei Class-D-Endstufen bietet zweimal 30 Watt Ausgangsleistung. Die Bassreflex-Öffnung befindet sich bei den Boxen auf der Rückseite.

Das ist die Ausstattung der PM0.4c

Wie mittlerweile in diesem Größen- und Preissegment üblich handelt es sich auch bei den PM0.4c um eine Kombination aus aktiver und passiver Box. Die linke Box bietet wie ein klassischer HiFi-Lautsprecher lediglich zwei Klemmen für die Lautsprecherkabel. Die steuernde Elektronik befindet sich in der rechten Box. Neben dem Anschluss für das Netzkabel bietet die Rückseite der Box nur das Notwendigste. Externe Signale von Computer & Co. werden über zwei unsymmetrische Cinch-Buchsen eingespeist. Klinke, XLR, Digitaleingänge oder gar eine Bluetooth-Funktion suchen Sie vergebens, Fostex liefert aber zumindest ein Klinke-auf-Cinch-Adapterkabel mit. Auch auf jegliche eingebaute Klangregelung müssen Sie verzichten, was aufgrund der deutlichen Bassbetonung der Boxen besonders schade ist (dazu später mehr im Praxistest). Neben den Klemmbuchsen für das Lautsprecher-Verbindungskabel bietet die aktive Box ansonsten nur einen Lautstärkeregler, einen Powerschalter sowie einen Schalter zur Aktivierung von Auto-Standby. Letzteres ist durchaus lobenswert. Denn diese stromsparende Funktion fehlt in dieser Boxenklasse oftmals oder aber ist dauerhaft aktiviert, was je nach Anwendungsfall auch störend sein kann. Eine LED auf der Vorderseite der aktiven Box signalisiert mit blauem Licht die Betriebsbereitschaft und mit rotem Licht den Standby-Modus, in den die Box nach 15 Minuten fehlender Aktivität am Eingang wechselt.

Fostex PM0.4c im Praxistest

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Der erste Hörtest ist beeindruckend: Angesichts der Größe der Boxen haben die Fostex PM0.4c ordentlich Power im Bassbereich und nehmen es in dieser Disziplin durchaus mit unseren daneben stehenden 6½-Zöllern auf. Insbesondere aktuelle elektronische Tanzmusik bringt ordentlich Laune, wenn man sie über die Boxen hört. Aber auch Rockmusik, Alternative und Metal der härteren Gangart geben die PM0.4c sehr ansprechend wieder, wobei die verzerrten Gitarren angenehm rund und unanstrengend klingen. Hervorzuheben ist, dass der druckvolle, bassbetonte Klang bereits bei geringen Lautstärken vorhanden ist. Das ist auch gut so, denn bei hohen Lautstärken verlieren die PM0.4c ihren angenehmen Klang und klingen schnell unsauber und verzerrt. Da es sich um Nahfeldmonitore handelt, sollte der Hörabstand aber ohnehin möglichst gering gehalten werden.

Als gut klingende kompakte Abhörboxen für PC-Games, Fernseher und die vorgenannten Musikstile sind die Lautsprecher durchaus zu empfehlen. Als Monitorboxen für die Musikproduktion, für ruhigere Popsongs und mehr auf akustische Instrumente und Gesang ausgelegte Musik sind die PM0.4c aufgrund der Bassbetonung im Bereich um 180 Hz allerdings weniger geeignet. Die hierfür wichtigen mittleren und hohen Frequenzen werden vom stark ausgeprägten Bass zu sehr in den Hintergrund gedrängt. Dies bessert sich zwar deutlich, wenn Sie mittels vorgeschalteter Klangregelung den Bassbereich etwas zurücknehmen – da die PM0.4c aber keine interne Möglichkeit hierfür bieten, müssen wir dies als Minuspunkt vermerken.

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Fazit

Die PM0.4c sind stilvolle und gut verarbeitete Aktivboxen, die bereits bei geringen Lautstärken einen angenehm runden und druckvollen Klang bieten. Für die Musikproduktion sind die Lautsprecher aufgrund ihrer Bassbetonung aber nur mit vorgeschalteter Klangregelung oder als Zweitabhöre geeignet.

Dieser Artikel ist in unserer Heft-Ausgabe 135 erschienen.

Bewertung
Name
Fostex PM0.4c
Pro
  • edles Design
  • solides Holzgehäuse
  • druckvoller Klang
  • angenehmer Gesamtklang
  • günstiger Preis
Contra
  • keine Klangregelung
Preis
236 EUR
Bewertung
(83%)
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