Test

Angehört: Wie gut klingt der Hedd Type 07 Aktiv-Monitor wirklich?

Der Nahfeld-Studiomonitor Type 07 von Hedd soll sich durch überragende Klangqualität und zukunftsweisende Konnektivität auszeichnen. Genau die richtige Abhöre für moderne Studios?

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Die Berliner Hardwareschmiede Hedd wurde erst vor rund einem Jahr gegründet. Der Kopf des Unternehmens, Klaus Heinz, dürfte technikinteressierten Produzenten allerdings schon seit Längerem bekannt sein. 1990 entwickelte der physik- und klangbegeisterte Tüftler den ersten für Dauereinsatz geeigneten Air-Motion-Transformer. Im Vergleich zu anderen Konzepten besitzt diese Lautsprecherart ein sehr viel besseres Membran-zu-Luftgeschwindigkeits-Verhältnis. Das Ergebnis: überaus akkurater, lebendiger und hochauflösender Sound. 1999 rief Herr Heinz die Firma Adam Audio ins Leben. Kurz darauf stellte er den mit AMT-Technologie arbeitenden X-ART-Hochtöner vor, bis heute das Markenzeichen des Unternehmens. Für die Monitore von Hedd hat der Konstrukteur seinen Air-Motion-Transformer einer weiteren Revision unterzogen. Die verbauten Tieftöner wirken dank ihrer durch Harz versteiften Waben-Sandwich-Membran ebenfalls fortschrittlich. Als Verstärker werden Schaltungen des bekannten Herstellers ICEpower verwendet. Geradezu futuristisch sind die Upgrade-Möglichkeiten der Abhören. Mit Hilfe der Hedd-Bridge lässt sich ihnen künftig eine von fünf Erweiterungskarten hinzufügen, jede hält eine andere Digitalschnittstelle bereit.

Repertoire

Die Produktpalette von Hedd umfasst derzeit drei Aktivboxen, im Einzelnen die aktiven Zweiwege-Nahfeld-Monitore Type 05 und Type 07 sowie das Dreiwege-Mittelfeld-System Type 30. Für diesen Test stand das 07er-Modell zur Verfügung. Der Monitor kommt in einem mattschwarzen, robust anmutenden Gehäuse daher. Die Maße betragen 37 mal 22 mal 30 Zentimeter, das Gewicht liegt bei zehn Kilo pro Stück. An der Front befinden sich, unterhalb der Lautsprecher, zwei Bassreflex-Löcher. Zwischen ihnen wurde eine kleine Platte mit Firmenlogo und drei LEDs platziert. Sie zeigen Betriebsbereitschaft, Aktivitäten des integrierten Analog-Limiters und den Sync-Status der verbauten Digitalschnittstelle an. Rückseitig finden sich ein Pegelregler (-30 dB bis +6 dB) sowie zwei Trim-Potis für Raumanpassungen. Strom bekommt die Box per Kaltgeräteanschluss plus Netzschalter. Audiosignale lassen sich mit Hilfe von XLR- oder Cinch-Anschluss zuführen. Der Bridge-Slot war bei den Testgeräten unbestückt. Erste Erweiterungskarten werden Anfang 2017 erscheinen. Im Einzelnen soll es Varianten für die Formate AES3/EBU, Dante und Ravenna/AES67 geben. Ferner sind USB2- und Bluetooth-Interfaces geplant.

Technik

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Die Verstärker der Type 07 besitzen eine Leistung von je 100 Watt. Der Equalizer setzt sich aus zwei Kuhschwanz-Filtern zusammen. Das Höhenband greift ab 2 kHz, die Tiefen-Instanz setzt bei 200 Hz an. Maximal sind Pegelanhebungen oder Absenkungen um 4 dB machbar. Dieser Wert bezieht sich auf die Frequenzpunkte 20 kHz (Höhen) und 50 Hz (Tiefen). Der Woofer verfügt über einen Durchmesser von sieben Zoll. Als Membran wird, wie eingangs schon erwähnt, mittels Harz versteiftes Waben-Sandwich-Material verwendet. Im Englischen heißt dieser Werkstoff Honeycomb-Sandwich-Material, weswegen Hedd von einem UHC-Tieftöner spricht. Für hohe Frequenzen steht, es war nicht anders zu erwarten, ein Air-Motion-Transformer plus Waveguide bereit. Der Frequenzgang beläuft sich laut Hersteller auf 38 Hz bis 50 kHz, als maximaler Schalldruckpegel werden 107 dB angegeben.

Hedd Type 07: High-End-Monitor

Klanglich wusste die Type 07 vom ersten Moment an zu begeistern. Der AMT-Hochtöner stellt Audiosignale klar und hochauflösend dar. Von harscher Schönfärberei, wie sie manchen Air-Motion-Transformern nachgesagt wird, fehlt jede Spur. Der Tieftöner beeindruckte durch enormen Druck, selbst Sub-Bässe lassen sich noch kompetent beurteilen. Das Gesamtbild wirkt stimmig und detailreich. Dynamik und Tiefenstaffelung sind ebenfalls vorbildlich. Rauschen scheint ein Fremdwort für die Neuentwicklung zu sein. Wenn die Boxen nicht gerade Sound ausgeben, sind sie flüsterleise.

Fazit

Mit der Type 07 bringt Hedd ein echtes Präzisionswerkzeug für Musikproduktionen an den Start. Die Box glänzt durch gleichmäßigen, überaus nuancierten Klang. Kleine Knackser, Mixfehler und dergleichen werden deutlich offengelegt. Trotz ihrer analytischen Fähigkeiten kommt der Hörgenuss bei der Abhöre nicht zu kurz. Dank Transienten-starkem, tief gehenden Sound machen sie die Umsetzung von Songideen zu einem hellen Vergnügen. Unterm Strich kann man der Type 07 somit eine dicke Empfehlung aussprechen, sei es als Haupt-Monitor in kleinen bis mittelgroßen Musikstudios, Wiedergabesystem an Schnitt- und Postproduktions-Arbeitsplätzen oder im Broadcast-Bereich.

Dieser Artikel ist in unserer Heft-Ausgabe 132 erschienen.

Bewertung
Name
Hedd Type 07
Pro
  • hochklassige Verarbeitung
  • detaillierte Höhen
  • voluminöser Bassbereich
  • weiter Frequenzgang
  • klarer, dynamischer Gesamtsound
  • Raum-Equalizer
  • Bridge-Slot
Preis
649 EUR
Bewertung
(100%)
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