Wir sind die Cosmic Dudes, ein kleines Elektro-Funk-Projekt, das sich seit Jahren locker trifft, um Jamsessions zu machen und Songs zu produzieren, ganz ohne Zeit- und Produktionsdruck. Das hat sich gerade etwas geändert: Ein Festival-Gig steht an, und plötzlich ist aus "kommt vorbei, wir jammen ein bisschen" ein Termin geworden, auf den man sich vorbereiten sollte. Der Proberaum unseres Drummers – eigentlich sein Projektstudio – wird für die nächsten Wochen zu unserer Kommandozentrale.
Im Folgenden lest ihr seinen Bericht zur Neuverkabelung des Proberaums in Zusammenarbeit mit Cordial und weiter unten findet ihr außerdem noch eine Sammlung nützlicher Tipps und Tricks zum Thema Kabel allgemein.

Wir proben komplett über Kopfhörer, mehrere Mixe für unterschiedliche Ohren, alles läuft in ein Pult, und ein MacBook mit Ableton nimmt alles mit und liefert bei Bedarf noch ein paar Extra-Sounds. Klingt nach einem für Proberaum-Verhältnisse ziemlich durchdachten Setup – war es aber nicht, solange die alte Verkabelung noch drin hing. Kabel, die man nicht mehr zuordnen konnte, Stecker mit Eigenleben, gefühlt drei verschiedene Hersteller pro Signalweg. Der Umbau vor dem Gig war der perfekte Vorwand, alles rauszureißen und neu zu verlegen – mit Kabeln von Cordial, und zwar aus deren ESSENTIALS-Linie.
Unser Anspruch war nicht kompliziert. Wir wollten nicht das schickste Setup, nicht das teuerste, nicht das mit den meisten Blinklichtern. Wir haben gute Instrumente und beherrschen sie auch gut. Aber was wirklich verbesserungswürdig war, war die Kabelsituation. Deswegen war uns eins wichtig: Wir wollen endlich mal gute Kabel. Den Rest kriegen wir hin. Sind schließlich Profis(!).
Wer steckt eigentlich hinter Cordial?
Bevor es losgeht, kurz zur Firma, die künftig für unseren Signalfluss verantwortlich ist. Cordial sitzt in Dachau, keine 20 Kilometer von München, und ist tatsächlich aus der Kabel-Not eines anderen Unternehmens entstanden: In den 1970ern brauchte die Firma Hermann Adam als deutscher Neutrik-Distributor einfach passende Kabel für die eigenen Stecker. Aus dieser Bastellösung wurde am 12. Januar 1995 ein eigenständiges Unternehmen, und aus dem eigenständigen Unternehmen mittlerweile einer der größeren Kabelhersteller im Musikgeschäft, mit Fertigung in Deutschland, Europa und China.
Man merkt der Firma die Neutrik-Vergangenheit bis heute an: Viele Cordial-Kabel nutzen REAN by Neutrik-Stecker – quasi die kleine, günstigere Schwester der Neutrik-Originale, mechanisch aber baugleich. Praktisch bedeutet das: Cordial-Stecker vertragen sich problemlos mit fremden Buchsen und Adaptern, was uns später bei einem improvisierten Umbau noch sehr entgegenkommen sollte.
Das Sortiment ist in fünf Linien aufgeteilt, jede mit eigenem Steckenpferd: PEAK für alle, die auch beim Kabel Design-Anspruch haben, SELECT für Profis mit Top-Preis-Leistung, ECOCORD für alle, denen PVC-freie Nachhaltigkeit wichtiger ist als der letzte Cent, ELEMENTS für den schmalen Geldbeutel – und ESSENTIALS, unsere Wahl: solide Kabel-Tools für Bühne, Studio und Event zu einem fairen Preis. Kein Schnickschnack, keine Extrawurst.
Der Schlachtplan
Damit aus Chaos wieder ein System wird, haben wir uns hingesetzt und den kompletten Signalweg aufgemalt (ja, mit echtem Stift auf echtem Papier, voll retro).
Für die zehn Mikrofonkanäle vom Schlagzeug reichen 3m-Kabel locker aus, wir haben ja die Stagebox! Kick, Snare top & bottom, Hi-Hat, drei Toms, ein Overhead-Pärchen und ein Room-Mic – laufen zuerst in die Stagebox und von dort dann in einem gebündelten Kabel zum Mischpult. Die Kabelpeitsche und Stecker am anderen Ende sind robust gearbeitet, gut sichtbar nummeriert bzw farblich abgesetzt. Einem ordentlichen Verteilen aufs Pult steht also hier nichts im Weg.
Kleines Luxusproblem: Die Stagebox die wir haben kann eigentlich nur acht Sends und vier Returns. Wir brauchen aber zehn Sends und nur zwei Returns für unsere Kopfhörer-Rückwege. Lösung: ein paar Gender-Changer, fertig ist die 10/2-Konfiguration. Klingt nach Frickelei, hat aber auf Anhieb funktioniert – dazu gleich mehr.
Bass, Gitarre und Keys hängen jeweils über ihr eigenes Pedalboard beziehungsweise, bei den Keys, über eine DI-Box am Pult. Auf den Boards patchen kurze Kabel die einzelnen Treter zusammen, vom Instrument aufs Board und vom Board zum Kanal laufen die eigentlichen Instrumentenkabel. Wir haben uns hier für die 6m-Kabel entschieden, das erschien uns ausreichend um möglichst beweglich zu sein und gleichzeitig unnötiges Kabel im Raum oder auf der Bühne zu vermeiden.
Unsere zwei Kopfhörer-Mixe kommen als symmetrische XLR-Wege vom Pult zurück, einer direkt zur Stagebox am Schlagzeug, einer zu einem zweiten Verteiler mitten im Raum. Und das Pult selbst redet per USB mit dem MacBook, auf dem Ableton läuft – die einzige Verbindung im ganzen Setup, für die wir kein Cordial-Kabel genutzt haben, aber das hatte keinen besonderen Grund, unser USB Kabel war ok.
Ganz in weiß…
Ein Detail, das wir uns fürs nächste Mal vorgenommen haben: Viele ESSENTIALS-Kabel gibt es auch in Schneeweiß (Kennzeichnung "SNOW") statt nur in Standard-Schwarz. Das kann ziemlich cool aussehen wie wir finden und es hat einen praktischen Vorteil: Auf der Bühne sind weiße Kabel super einfach zu identifizieren, auch im Dunkeln!
Der Moment der Wahrheit
Der spannende Teil ist natürlich: Hält das Setup, was wir uns vorgenommen haben? Kurze Antwort: ja, deutlicher als erwartet. Die Proben laufen gut, alles funktioniert wie es soll. Die Kabel liegen sauber und tun ihren Dienst, die Stecker rasten spürbar ein und sitzen fest – kein Wackeln, kein "war da eben ein Knistern?", selbst wenn während einer Session ständig umgesteckt wird, weil jemand doch lieber den anderen Kopfhörer-Mix hätte. Die Zugentlastung hält auch dann, wenn ein Kabel mal wieder über den Fuß gezogen wird, statt es ordentlich abzurollen (wir alle kennen den einen Bandkollegen).
Sehr angenehm überrascht hat uns das Verlegeverhalten: Die Kabel kamen aufgerollt aus der Verpackung, ließen sich aber ohne diesen nervigen Memory-Effekt gerade hinlegen – kein ewiges Gegen-die-Rolle-Kämpfen wie bei den alten No-Name-Kabeln. Und der wichtigste Punkt für Musiker-Ohren: Als alles angeschlossen, angeschaltet und aufgedreht war, war Stille. Das Grundrauschen und das leise 50Hz-Brummen, das wir vorher als "gehört eben dazu" hingenommen hatten, war weg. Auch die Handling Noise an den Instrumentenkabeln – wichtig, weil bei uns auf der Bühne mit Bass und Gitarre auch mal Bewegung reinkommt – ist eigentlich kaum wahrnehmbar.
Und der Gender-Changer-Umbau unserer Stagebox, den wir eigentlich aus der Not heraus „erfunden“ hatten? Lief absolut reibungslos. Dass sich eine 8/4-Box ohne Löten und Fluchen auf 10/2 umrüsten lässt, zeigt, dass Cordial bei Steckern und Buchsen sauber auf Normmaße setzt.
ESSENTIALS im Vergleich
Damit hier nicht der Eindruck entsteht, ESSENTIALS sei für alles die Lösung: Wer noch enger kalkulieren muss, findet bei ELEMENTS den günstigeren Einstieg, muss dafür aber bei Zugentlastung und Kontaktqualität Abstriche machen. Wer im Tour-Alltag unterwegs ist und sein Kabel auch mal überfährt, ist bei PEAK und SELECT besser aufgehoben. Und wer beim Kabelkauf auch an PVC und Umwelt denkt, landet bei ECOCORD. Für eine Band, die zwischen gelegentlichem Proberaum-Betrieb und einzelnen Festivalgigs pendelt, ist ESSENTIALS aber ziemlich genau der Sweet Spot: gut genug für die Bühne, günstig genug fürs Proberaum-Budget.
Der komplette Neuaufbau hat sich gelohnt: weniger Rauschen, festerer Stecker-Sitz, aufgeräumte Kabelwege – und ein Setup, das wir eins zu eins vom Proberaum auf die Bühne mitnehmen können. Ob das beim eigentlichen Festival-Gig auch unter fremdem Strom und Zeitdruck hält, wissen wir erst nach dem Soundcheck.
Aber ehrlich: Bühnenangst haben wir noch ein bisschen, gehört ja irgendwie auch dazu. Kabelangst, wenn es die denn gibt, haben wir nicht. Am Ende ist es wie am Anfang: Hauptsache gute Kabel.
Fürs nächste Mal ...
- Bei Multicore-/Stagebox-Lösungen lieber eine Kanalreserve einplanen oder wie hier per Gender-Changer nachrüsten, statt knapp zu kalkulieren.
- Instrumentenkabel kapazitätsarm wählen, sonst gehen bei langen Wegen Höhen verloren.
- Patchkabel mit Winkelklinken sparen auf dem Pedalboard spürbar Platz.
- Für Aux-/Kopfhörer-Wege reicht ein normales Mikrofonkabel, solange der Send symmetrisch per XLR läuft.
7 Quick-Tipps für mehr Qualität im Proberaum
>> Gute Kabel erkennt man daran, dass man sie nicht hört. <<
Schlecht geschirmte Kabel schleppen Grundrauschen und Brummen in jeden Mix – und das lässt sich nachträglich nicht wegmischen.
>> Winkelklinken und Kanalreserven <<
Patchkabel mit Winkelklinken sparen auf dem Pedalboard Platz. Und bei Multicore- oder Stagebox-Lösungen lieber eine Kanalreserve einplanen – oder sie nachträglich per Gender-Changer zweckentfremen.
>> Erst der Plan, dann der Kauf! <<
Zeichne den kompletten Signalweg auf, bevor du Kabel bestellst. So kaufst du genau das, was deine Strecken wirklich brauchen – und nicht dreimal dasselbe.
>> Welche Rolle spielen hochwertige Kabel für einen guten Mix? <<
Eine sehr wichtige, da hochwertige Komponenten im Zusammenspiel immer ein wertigeres Ergebnis liefern. Egal ob das Gear 500 oder 1.000 Euro wert ist, wir wollen ja immer den besten Sound.
>> Worauf ist bei der Verkabelung im Proberaum besonders zu achten? <<
Egal ob mit Cinch, Klinke oder XLR – zu viel Adapter verderben den Sound. Längere Wege immer symmetrisch verlegen, unter 3 Meter geht auch unsymmetrisch.
>> Immer Strom von Audio trennen! <<
Brummen entsteht dort, wo Strom im Spiel ist und Kabel zu nah beieinander liegen, zu viele Netzteile gestapelt oder Geräte billig verarbeitet sind. Oder wenn verschiedene Stromkreise für die Geräte verwendet werden.
>> Symmetrisch, unsymmetrisch ... Was heißt das? <<
Symmetrische Kabel sind besser abgeschirmt und übertragen Signale auf längeren Wegen störungsfreier. XLR Kabel sind für gewöhnlich symmetrisch, bei Klinken erkennt man sie an zwei Ringen am Stift. Unsymmetrische Kabel sind günstiger und liefern unter drei Metern vergleichbare Ergebnisse.







