Test

Test: Novation Launchkey MK3 - Masterkeyboard gut und günstig?

Launchkey MK3 gibt es mit 25, 37, 49 oder 61 Tasten, die ein angenehmes Spielgefühl bieten und Anschlagdynamik gut umsetzen. Auf Aftertouch müssen Sie aber verzichten. Alle vier Modelle besitzen die gleichen Bedienelemente und Funktionen, beim 49er und 61er stehen zusätzlich noch 9 Fader und Taster für die Mixer- und Parametersteuerung zur Verfügung.

MIDI-Controller

Die Rückseite birgt eine erfreuliche Überraschung, denn im Gegensatz zu den Vorgängermodellen und vielen anderen kompakten Keyboards besitzt das Launchkey MK3 neben einem Eingang für ein Sustain-Pedal auch einen MIDI-Ausgang in voller DIN-Größe. Sie können also auch ohne Computer andere Hardware damit spielen, was vor allem in Verbindung mit dem ausgefuchsten Arpeggiator sowie der anpassbaren Controller-Mappings für fast alle Bedienelemente interessant ist. Die Programmierung der Custom-Pages erfolgt über die Components-Software, die browser-basiert oder alternativ als normale Standalone-Software funktioniert. Schön dabei ist, dass Taster auch schrittweise Werte senden können, um z. B. Wellenformen oder Filtertypen des kontrollierten Synthesizers/Plug-ins durchzuschalten.

CV/Gate-Anschlüsse zur Einbindung analogen Gears wie beim SL MkIII gibt es dagegen nicht.

Arpeggiator mit Extras

Der Arpeggiator funktioniert im Gegensatz zu den Komplete-Keyboards auch ohne Computer. Verschiedene Abspielrichtungen, Teiler und Rhythmen lassen sich mit Hilfe eines Shift-Buttons und der Tastatur oder Pads einstellen. Die Regler steuern Tempo, Swing, Notenlänge, Mutate und Deviate. Mutate mischt die Noten zu neuen Motiven zusammen, während Deviate die Rhythmik ändert. Wie stark die Parameter sich auf das Arpeggio auswirken, ist indviduell per Drehregler anpassbar. Chord-Memory erlaubt das Speichern eines Akkordes, der anschließend mit einer Taste abgespielt werden kann. Auch vorgefertigte Akkorde sind abrufbar. Eine Scale-Funktion verhindert „schiefe“, außerhalb der Tonart liegende, Töne.

Ableton Live Pad-Controller

Ableton Live erkennt in der aktuellen Version das Launchkey MK3 automatisch; eine weitere Einrichtung ist nicht notwendig. Über die Pads lassen sich Clips aufnehmen und starten, die mehrfarbige Beleuchtung passt sich der Clipfarbe an und sorgt damit für bessere Orientierung. Mit den seitlichen Navigationstasten bewegen Sie sich durch die Clip-Matrix, wählen weiterer Clips und Scenes an und navigieren durch die Spuren. Mit der unteren Pad-Reihe können Sie Tracks stoppen oder solo, stumm und für die Aufnahme scharfschalten. Mit den Pads lassen sich auch die Sounds eines Drumracks triggern, individuelle MIDI-Mappings sind ebenfalls möglich. Die Pads übernehmen sogar die Funktion der Pfeiltasten der Computertastatur inklusive Enter, so können Sie ohne Maus und Tastatur durch den Soundbrowser in Ableton oder einem Plug-in navigieren. Ebenso praktisch ist der dedizierte Taster für Program-Change.

Device- und Mixersteuerung

Mit den acht Endlosreglern steuern Sie die Parameter einer aktiven Ableton Device wie des Wavetable-Synthesizers oder des Echo-Effekts, aber auch Mixerfunktionen wie Lautstärke, Panning und Sends der ausgewählten 8 Spuren. Bei den größeren Modellen übernehmen die Fader vorrangig die Mixersteuerung, sie können aber auch zur Device-Steuerung genutzt werden. Die Kontrolle der Ableton-Devices ist nicht mehr auf 8 Parameter beschränkt, sondern man kann über verschiedene Pages auf bis zu 64 Parameter zugreifen – alles schön vorbelegt und mit Anzeige des Parameters im Display. Praktisch ist auch die Transportsektion mit 8 Tastern, neben Start/Stop/Record/Loop haben Sie auch Metronom, Quantisierung, Undo und Capture MIDI im direkten Zugriff.

Für Logic und Reason gibt es ebenfalls angepasste Skripts, andere DAWs lassen sich über das HUI-Protokoll steuern.

Bewertung
Name
Novation Launchkey MK3
Pro
  • tiefgehende Live-Integration
  • flexibler Arpeggiator
  • mehrfarbige Pads
  • eigene MIDI-Mappings
  • MIDI-Ausgang
  • Fader (49/61)
Preis
LK25: 165 Euro & LK61: 272 EUR
Fazit

Launchkey MK3 setzt insbesondere in Kombination mit Ableton Live neue Maßstäbe im Bereich der kompakten USB-Keyboards. Die Clip- und Drumrack-Steuerung über 16 Pads, die sich den Clipfarben der DAW anpassen und dazu die umfangreiche Device- und Mixersteuerung über 8 Endlosregler, Fader, Taster und Display ersetzt in vielen Fällen schon einen speziellen Controller wie Push. Der eingebaute Arpeggiator mit interessanten Zusatzfunktionen, Scale und Chord-Funktion sowie der MIDI-Ausgang erlauben aber auch ein Jammen mit Hardware-Klangerzeugern unabhängig vom Computer. Das gesamte Konzept wirkt sehr durchdacht und praxisnah, weshalb wir eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen können.

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