Test

Test: Elac MicroMagic 2.1

2.1-Systeme sind oftmals klobige Brüllwürfel mit kleinen Lautsprechern, die im Frequenzbereich nur oben und unten kennen. Dass es auch anders geht, möchte Elac mit seinem MicroMagic 2.1 beweisen.

Elac ist ein traditionsreiches Unternehmen aus Deutschland und fest mit den Begriffen „HiFi“ und „edel“ verknüpft. Wer jemals Elac-Lautsprecher hören und fühlen konnte, weiß um die hoch geschätzte Qualität. Das Portfolio reicht vom kleinen Satelliten über aktive Studio-Monitore bis zum audiophilen Standlautsprecher. Das MicroMagic 2.1 ist eine Kombination aus einem Mini-Subwoofer und zwei Satelliten, die mit einer Fernsteuerung bedient werden. Das Set wurde bereits 2008 vorgestellt und seitdem kontinuierlich weiter entwickelt. Die aktuelle Version besteht aus dem Subwoofer- Zwerg namens MicroSUB 2010.2 und den winzigen Satelliten Elac 301.2.

Designer am Werk

Schon beim Auspacken fallen die geringen Maße und die auf Hochglanz polierten Komponenten ins Auge – sogar an ein Paar Baumwoll-Handschuhe für den sauberen Transport wurde gedacht! Der Subwoofer ist mit den Maßen 218 mal 150 mal 178mm und einem Gewicht von weniger als 5 Kilogramm vermutlich der kleinste HiFi-Subwoofer der Welt. Die mitgelieferten Satelliten-Lautsprecher sind nur 12 Zentimeter hoch und wiegen dennoch satte 1,5 Kilogramm pro Stück. Das Set vermittelt bereits in den ersten fünf Minuten eine unmissverständliche Botschaft: hochwertig, edel und stilvoll! Im Lieferumfang enthalten sind professionelle Verbindungskabel und eine Fernbedienung.

Raffinierte Technik

Der MicroSUB 2010.2 ist ein voll-aktiver Verstärker, der neben seinen eigenen beiden 115-mm-Tieftönern auch die Satelliten- Lautsprecher mit maximal 55 Watt antreibt. Auf der Rückseite des Subwoofers finden sich mehrere Schalter, mit denen nicht nur die Grenzfrequenz eingestellt und die dynamische Loudness- Funktion aktiviert wird, sondern auch ein Hoch- und Tief-Boost von jeweils 2 dB möglich ist. Außerdem kann das 2.1-System hinsichtlich seiner Aufstellposition angepasst werden: Sei es nun die Aufstellung im Nahfeld, im Freien oder wandnah – für jede Position gibt es den richtigen Schalter. Generell ist der Subwoofer ziemlich durchdacht: Zum einen sind die Tieftöner gegenüberliegend angeordnet, wodurch Gehäusevibrationen vermieden werden und die Impulstreue profitiert. Zum anderen wurde ein waschechtes USB-Audiointerface integriert (16 Bit bei 48 kHz). So kann das 2.1-System einfach per USB mit dem Computer verbunden werden und schon übernimmt der Elac-Würfel die Funktion einer hochwertigen Soundkarte. Das klingt nicht nur gut, sondern ist auch äußerst praktisch! Eine weitere USB-Schnittstelle erlaubt den Verbund mit dem optional erhältlichen und hauseigenen Wireless-System. Musik-Streaming ist also möglich. Zu den Audioeingängen zählen ein analoger Miniklinkeund Cinch-Anschluss sowie eine digitale Schnittstelle nach S/PDIF-Standard. Die beiden Satelliten werden mittels handelsübliche Lautsprecherkabel mit dem Subwoofer verbunden.

Vom Feinsten

Im Nahfeld-Einsatz überzeugte das Micro- Magic 2.1 durch seine besonders hohe Auflösung im oberen und unteren Frequenzbereich. Auch die Stereoabbildung ist beachtlich, denn anstelle eines engen Klangbildes eröffnet sich eine breite Bühne voller Details. Der Subwoofer unterstützt eine saubere und definierte Tiefenstaffelung. Selbst im oftmals schwammigen Subbass-Bereich lässt sich der Sound analytisch beurteilen. Genres wie Dubstep, Dubtechno und Co. machen mit diesem System einfach nur Spaß. Ob nur gehört oder auch selbst produziert wird, spielt dabei keine Rolle! Besonders erstaunlich: Selbst auf einem Regal mit Gläsern erzeugte der Subwoofer keinerlei Vibrationen, ein Klirren, Klacken und Schwingen von umliegenden Gegenständen ist also Schnee von gestern. Auch die Abbildung der Transienten meistert das System mit Bravour. Subjektiv gehen die Signalmitten leider etwas unter, was einerseits sicher den kompakten Maßen der Satelliten-Lautsprecher, andererseits der klanglich eher modernen Abstimmung des Systems geschuldet sein dürfte. Hohe Signalanteile wie Hi-Hats und Ride-Becken werden aus Sicht der Redaktion etwas zu spitz wiedergegeben. Ein grundehrlicher Analytiker ist das MicroMagic 2.1 also nicht, dafür aber ein detailverliebtes Lautsprechersystem mit dem Hang zur großen Bühne und dem spürbaren Wumms! 

Fazit

Elac ist es gelungen, ein wirklich ausgereiftes 2.1-System auf den Markt zu bringen, dessen Verarbeitung, Design, technische Finessen und Klang ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Besonders der ausgezeichnet klingende Subwoofer mit seinem hochwertigen Audiointerface hat es der Redaktion angetan. Das MicroMagic 2.1 ist schon beinahe portabel, so klein und raffiniert ist das System umgesetzt. Wer auf seinem Desktop wenig Platz hat, aber auf brillanten Sound nicht verzichten möchte, sollte das MicroMagic 2.1 unbedingt Probe hören. Aber auch als alternative Zweitabhöre ist es eine echte Empfehlung.

Bewertung
Name
Elac MicroMagic 2.1
Pro
  • ausgezeichnete Tiefenstaffelung
  • präzise Auflösung
  • Subwoofer ohne Vibrationen
  • aktives 2.1-System
  • inklusive Audiointerface
  • viele Eingänge
  • kompaktes Design
Contra
  • hoher Preis
  • Hochtonbereich recht spitz
  • mäßige Mitten
Preis
1499 EUR
Bewertung
(83%)
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