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Vom Field-Recording zum VST-Instrument: Ein Trip ins Schloss Freudenberg (Teil 1/2)

Habt ihr schonmal Drums singen gehört? In einer Klangschale gesessen? Oder wisst ihr, wie Gongs schreien? Wir schon! Denn wir waren im Schloss Freudenberg in Wiesbaden, das allerhand exotische Musikinstrumente beherbergt, die wir euch vorstellen. Offiziell ein Erfahrungsfeld für alle Sinne, entsprechend gibt es etliche Stationen zum Sehen, Riechen, Anfassen – und eben auch zum Hören und Musikmachen.

Außerdem konnten wir sie dank der Unterstützung von TASCAM allesamt aufnehmen, damit ihr sie in euren nächsten Tracks verwenden könnt.

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Läuft man durch das Schloss und den zugehörigen Park, findet man an allen Ecken und Enden Gerätschaften zum Ausprobieren, Blechinstrumente zum Zupfen, Windorgeln zum Zuhören, bildermalende Pendel, Wasserschalen zum Reiben, Kegel mit optischen Tricks, eine Baumschule und Barfußpfade, Schattenspiele – und neben einem stockfinsteren Miniparcour auch eine Dunkelbar, in der man seine Drinks (natürlich!) von einem Blinden serviert bekommt. Kurzum: die über 40 “Baustellen der Freude”, wie sie von den Betreibern des Schlosses genannt werden, bieten jede Menge Kurzweil – und genau daran möchten wir euch teilhaben lassen!

So war unser Redakteur Marco auch für einen Tag mit seiner Familie dort zu Besuch und naturgemäß vor allem von den Zimbeln, Gongs, Saiteninstrumenten und Klangschalen begeistert.

“Mein großes Highlight neben dem beeindruckenden Klangraum mit 14 Gongs sind definitiv die Singing Drums! Ein einzigartiges Instrument, das mir so bislang noch nirgends untergekommen ist: Ein Drahtseil führt in eine Snare-Drum und erzeugt sanft angeschlagen ein Gewitter, mit einem Metallgegenstand in Schwingung versetzt aber einen engelsgleichen Chor. Wahnsinn!”, meinte er danach dazu.

Daraus entstand letztlich der Wunsch, all diese Instrumente aufzunehmen, was während des regulären Publikumsverkehrs mit Familien und Schulklassen mitunter eher schwierig ist. Also haben wir kurzerhand die Besitzer kontaktiert und stießen mit der Idee einer Recording-Session auf große Gegenliebe.

Entsprechend war ein Termin schnell gefunden, sodass Daniel und Marco einen ganzen Tag in Ruhe in der Residenz residieren und recorden durften, zusammen mit Jörg Brandt, seines Zeichens “Herr des Klangraums” mit den 14 Gongs, über die wir dank ihm allerlei Wissenswertes mitnehmen durften – was wir natürlich alles mit euch teilen! 

Arbeit und Vergnügen

Wie ihr auf den Fotos seht, haben Daniel und Marco nicht nur rumprobiert, sondern mit dem TASCAM DR-40XP rund 145 Minuten an Material aufgenommen: Die Singing Drums, ein exotisches Saiteninstrument namens Monochord, einen Klangring sowie eine riesige Klangschale und natürlich 13 Gongs. Richtig gelesen, Gong 14 haben wir mangels Zeit und einer Schülergruppe im Schloss nicht mehr geschafft, jedoch war dieser ohnehin nur der kleinste Favorit von unserem Host Jörg.

Das Recording ist eigentlich eine geradezu meditative Arbeit, denn pro Gong haben wir das Zentrum, die Mitten links und rechts sowie den Außenring gesampelt – alles in je drei Anschlagstärken. Wäre da nicht die Ausklingzeit von bis zu einer Minute pro Anschlag. Und während die Gongs dann so vor sich hin schwangen, galt es: Stillhalten, so wenig wie möglich atmen, schon gar nicht husten und auch nicht bewegen, denn ansonsten steuerte der Holzboden seinen Beitrag zu den Aufnahmen bei.

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Kleiner Spoiler zwischendurch: Schwer beeindruckt hat uns die Übersteuerungsresistenz des DR-40XP. Marco dazu: “Bislang habe ich mich oft gefragt, was es mit diesem 32-Bit-Float denn auf sich hat. Hier konnte ich es live erleben. Während die Gongs soft angeschlagen extrem leise sind und dann auch noch langsam ausklingen, entwickeln sie bei harten Schlägen eine enorme Lautstärke. Beide Szenarien mussten wir mit den gleichen Settings aufnehmen, was den Recorder stellenweise in den roten Bereich brachte. Davon ist im Nachhinein absolut nichts zu hören.

Selbst die Aufnahmen hinter den Gongs, wo eine Wahnsinnslautstärke auf die Mikros prallt, sind allesamt astrein, sauber und glasklar. Oder das Experiment beim Monochord: Hier haben wir den DR-40XP einfach auf die Saiten gelegt. Kein Problem. Das fand ich schwer beeindruckend und hat uns natürlich auch eine Menge Zeit gespart, da wir mit einem Setting einfach alles recorden konnten.”.

Nicht das Ohr hört, sondern der ganze Mensch

“Hören ist eine Wahrnehmung, die in besonderer Weise von schwingenden Körpern ausgelöst wird” steht auf einer großen Tafel neben den Singing Drums, was deren Falle und auch den Gongs absolut zutrifft. Denn erlebt man diese Instrumente hautnah, sind sie weit mehr als das Gehörte ... vielleicht vergleichbar mit einem Konzert: Das Lieblingslied einer Band im Radio zu hören oder live direkt vor der Bühne, sind dann doch zwei ganz verschiedene Welten. Das hat nichts mit Magie zu tun, sondern mit der Wucht und Dimension des Klangs: wenn es von allen Seiten schallt und der ganze Körper vibriert, lässt sich so ein Gong erst richtig erleben.

Und was habt ihr jetzt eigentlich davon?

Passend zu diesem Feature findet ihr in den Heft-Downloads die Aufnahmen der Gongs, vom Monochord, Klangschalen und Klangplatten, sowie eine ganze Menge Foley, Atmosphären und Texturen, die erforscht werden wollen.

In gewisser Hinsicht profitiert ihr als Beat-Leser doppelt, denn einerseits stellen wir euch in dieser Ausgabe alle Spuren bereit, die wir mit dem TASCAM aufgenommen haben. Das sind stolze 2,5 Gigabyte an redigiertem, gesäubertem und normalisiertem Sampling-Material, frei zu eurer Verfügung (hier klicken zum Download). Und mit der nächsten Beat-Ausgabe folgt dann noch ein kleiner Hammer, zu dem wir jetzt allerdings nicht zu viel verraten wollen. Vielleicht ein Plug-in? Schauen wir mal ...

Im Fokus: Tascam DR-40XP

Wie schon bei der Superbooth, war Tascam auch diesmal wieder als Supporter für diese tolle Aktion am Start. Statt des Portacapture X8 hatten wir diesmal aber den brandneuen DR-40XP Vierspur-Recorder zur Hand.

Der Tascam DR-40XP ist weit mehr als nur ein kosmetisches Facelift des bekannten Klassikers. Mit der konsequenten Integration von 32-Bit-Float und den spürbar optimierten Vorverstärkern hat TASCAM die größten technologischen Schwachstellen der Vergangenheit beseitigt. Der Handheld-Recorder ist ein vielseitiges „Arbeitstier“ für alle Kreativen, die sich beim Aufnehmen komplett auf den flüchtigen Moment konzentrieren und nicht von ständigen Pegel-Anpassungen ablenken lassen wollen,

Ob als stationäres Audio-Interface auf dem Schreibtisch, Konzertbegleiter oder robuster Field-Recorder in freier Wildbahn – die Zuverlässigkeit, Ausstattung und gebotene Klangqualität sind in dieser attraktiven Preisklasse derzeit kaum zu schlagen.

www.tascam.eu

Features des TASCAM DR-40XP Recorders:

  • 4-Spur-Audiorecorder
  • Aufnahme in 32-Bit-Float
  • Stereo-Kondensator-Mics
  • Schalldruckpegel bis zu 125 dB SPL
  • Tascam HDDA-Preamps
  • zwei XLR-Kombibuchsen
  • mit 48V-Phantomspeisung
  • Kopfhörer/Line-Ausgang
  • USB-C Audio Interface
  • microSD/SDHC/SDXC- Speicherkarten bis 512 GB
  • Abmessungen 70 x 155 x 35 mm

Schloss Freudenberg: Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und des Denkens

Das Schloss Freudenberg im Wiesbadener Stadtteil Dotzheim ist ein einzigartiger Ort, an dem Kunst, Kultur, Naturwissenschaft und Philosophie auf faszinierende Weise miteinander verschmelzen. Ursprünglich im Jahr 1904 im Stil des Historismus als Villa für den Maler James Pitcairn-Knowles und seine Frau erbaut, blickt das Gebäude auf eine bewegte Geschichte zurück. Nach Jahrzehnten unterschiedlicher Nutzung, Leerstand und Verfall wurde das Anwesen in den 1990er-Jahren von der Initiative der Gesellschaft Natur & Kunst e.V. rund um Beatrice Dastis Schenk und Matthias Schenk wieder zum Leben erweckt. Sie verwandelten die restaurierte Villa und den umliegenden Park in ein lebendiges Kulturzentrum.

Heute beherbergt das Schloss das weltbekannte „Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und des Denkens“, das maßgeblich auf den Ideen des Künstlers, Pädagogen und Philosophie-Pioniers Hugo Kükelhaus basiert. Im Zentrum steht das Motto, Wahrnehmung erfahrbar zu machen und eigene Sinne aktiv neu zu entdecken. Anstelle eines klassischen Museums mit Berührungsverbot erwartet Besucherinnen und Besucher im Schloss und auf dem weitläufigen Freigelände ein interaktives Laboratorium mit über 100 Experimentierstationen. Hier darf und soll angefasst, ausprobiert, geklungen und gestaunt werden.

Die Stationen decken ein breites Spektrum physikalischer und sinnlicher Phänomene ab. Von riesigen Klangschalen, Chladnischen Klangplatten und Gongs über Optik-Stationen zur Goethe’schen Farbenlehre bis hin zu Gleichgewichts- und Pendel-Experimenten lädt das Erfahrungsfeld zum Innehalten ein. Ein besonderes Highlight ist der legendäre Dunkelgang nebst Dunkelbar: In absoluter Finsternis tasten und hören sich die Gäste voran und erleben am eigenen Leib, wie stark sich das Orientierungsvermögen und die Wahrnehmung verändern, sobald der Sehsinn Pause hat.

Eingebettet ist das Schloss in einen malerischen, naturnah gestalteten Schlosspark mit Barfußpfaden, Kräutergärten und Streuobstwiesen, der zu jeder Jahreszeit Raum für Entschleunigung bietet. Ergänzt wird das Angebot durch Kulturveranstaltungen, Theater, Workshops, ein Schloss-Café sowie museumspädagogische Führungen für Schulklassen und Gruppen. Schloss Freudenberg ist somit weit mehr als eine historische Sehenswürdigkeit – es ist ein inspirierender Ort des Lernens, Erlebens und philosophischen Staunens für Menschen jeden Alters.

www.schlossfreudenberg.de

Wissenschaft und Theorie: Hier könnt ihr noch (viel) mehr zu Gongs hören

Unser Host Jörg betreibt einen eigenen Podcast, immer auf der Suche nach Menschen, die sich intensiv mit Dingen und Themen auseinandersetzen. Und in vier seiner mittlerweile 58 Episoden geht es um den Klangraum und die Gongs und Instrumente von Schloss Freudenberg. Genießt die Folgen sie am Besten in Ruhe und ohne Hektik, dann hören sie sich wie ein gutes Buch.

  • Der Klangraum in Schloss Freudenberg - Die Gongs: Der Klangraum in Schloss Freudenberg ist Teil des Erfahrungsfeldes zu Entfaltung der Sinne und des Denkens. Bestimmt wird der Raum durch 14 Gongs, wobei der größte Teil der Gongs aus der Gongschmiede von Johannes Heimrath (heute SONA Gongs) stammt. In diesem Podcast geht es um die Gongs, deren Geschichte, Herkunft, Wirkung, Herstellung und die Kunst sie zu spielen. Zu Wort kommen Johannes Heimrath und Johannes Oelmann.
  • Der Klangraum - Die Gongs Teil 2: Im zweiten Teil geht es erneut um das Thema Gongs. Zu Wort kommen Menschen die Gongs spielen, mit Gongs komponieren, Gongs herstellen und Gongklänge aufnehmen. Darüber hinaus geht es um Gamelanmusik. Ich spreche mit Kay Karl, Broder Oetken, Holger Röder, Harmut Zänder und mit Hans - Jürgen Hagel. Das, was sie verbindet sind die Gongs und ihre Klänge.
  • Eine Gong Trommel: Ein Gespräch mit der Musiktherapeutin Sabine Rittner. Ausgehend von der Gong Trommel, die in ihrer eigenen therapeutischen Arbeit, im klinischen Bereich, eine große Rolle spielte, geht es um Klänge und deren umfassende Wirkung auf unterschiedlichsten Ebenen. Mit der Unterstützung von Klang, Atem und Stimme begleitet Sabine Rittner Menschen in Prozessen der Entfaltung und Suche. Sie berichtet auch von der Geschichte der Trommel und ihrer Entscheidung, sie ins Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und Denkens, zum Schloss Freudenberg zu geben.  
  • Im Gespräch mit dem Bewusstseinswissenschaftler Prof. Dr. Thilo HInterberger: Prof. Hinterberger geht auf die Fragen ein, wie wirken Klänge, was unterscheidet das Sehens vom Hören, wie wirken Klänge auf unser Bewusstsein und welche Rolle speilt dabei der Körper. Gongs und Klangschalen führen in ihrem Klangverhalten in die Stille, bringen uns vom Hören zum Lauschen, wecken aber auch Bilder und Erinnerungen, wie lässt sich dies erklären? 

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Test: TASCAM Portacapture X8 – Field-Recorder für kreative Köpfe

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