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Test: Waves StudioVerse – Mixing Chains aus der Community

Das StudioRack ist Waves-Usern bereits seit ein paar Jahren bekannt. In der neuesten Version wurde ihm ein neues Feature namens StudioVerse spendiert, über das mittlerweile Tausende von Effektketten von Top-Mix-Engineers und -Produzenten zugänglich sind. In einer stetig wachsenden Community können User ihre Ketten aus Waves-Plug-ins und VST3-Plug-ins anderer Hersteller teilen.

StudioRack ist kostenlos, setzt aber Lizenzen der verwendeten Effekt-Module voraus. Um das Potenzial von StudioVerse wirklich ausreizen zu können, empfiehlt sich eines der beiden Abomodelle: Waves Essential mit über 110 Plug-ins oder Waves Ultimate mit mehr als 230 Plug-ins. Das Bemerkenswerte bei StudioVerse ist, dass es auch zahlreiche Kreationen renommierter Mix- und Mastering-Engineers wie Andrew Scheps, Marry Marroquin, Chris Lord-Alge und Abbey Road Studios und bekannter Artists wie Devin Townsend, Mick Gordon (dem Komponisten des DOOM-Soundtracks), Young Guru oder Josh Wink gibt.

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Wie funktioniert Waves StudioVerse?

StudioRack steht dir wie gehabt als Plug-in in deiner DAW zur Verfügung. Das virtuelle Rack kann
Effektketten bis zu acht Waves- und VST3-Plug-ins beinhalten
. Das Laden der Presets für viele verschiedene Anwendungen erfolgt über den bereits bekannten Browser. Richtig interessant wird es aber, wenn du auf den StudioVerse-Button klickst. Hier kannst du in einem komfortablen Browser mit einer Suchfunktion mit Keywords, Tags und Filtern das wachsende Angebot an Plug-in-Ketten durchsuchen. Auch auf der Waves-Webseite kannst du die StudioVerse Chains durchstöbern.

Ein beherzter Klick auf den Load-Button und schon wird die Effektkette geladen, was allerdings einen kleinen Moment dauert. Mit den acht Makroreglern lassen sich schnell und einfach die wichtigsten Klanganpassungen vornehmen. Und wenn dir das noch nicht ausreicht, kannst du natürlich die Einstellungen der verwendeten Effekte individuell anpassen.

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Vorschläge von der Künstlichen Intelligenz

Na, kennst du das? Manchmal arbeitet man an einem Track und möchte einfach, dass eine Spur „besser“ oder „interessanter“ klingt, z. B. Vocals, Drums, ein Gitarren-Riff oder eine Synth-Sequenz. Stell dir vor, neben dir sitzt ein Top-Produzent, der dir mit „frischen Ohren“ eine passende Effektbearbeitung vorschlägt.

Die integrierte künstliche Intelligenz von StudioRack leistet genau dies: Sie analysiert zunächst das eingehende Audiosignal und schlägt dir dann passende Plug-in-Ketten aus der StudioVerse-Community vor.

Dazu spielst du einfach die Spur ab, die du veredeln möchtest und klickst dann auf den Scan-Button auf der Plug-in-GUI oder in dem StudioVerse-Fenster. Schon, werden passende Presets angezeigt. Ein tolles Feature für einzelne Instrumente oder Vocals, auf Bussen oder kompletten Mixen klappt es hingegen nicht so gut.

Im Detail

Auf der gleichnamigen Seite des Plug-ins wird das virtuelle Rack visualisiert. Ein Klick auf einen Slot blendet die GUI des jeweiligen Plug-ins ein. Sind in der Effektkette Parallel- oder Multiband-Splits vorhanden, werden die entsprechenden Unter-Rack angezeigt. Dank Parallel Split Racks ist das Werkzeug nicht nur für Mono- und Stereo-Anwendungen gewappnet, sondern beherrscht auch eine inviduelle Bearbeitung der Mitten- und Seitenanteile. Gerade die M/S-Funktionalität ist für Mixing- und Mastering-Aufgaben Gold wert, z. B. um den Gesang im Mittensignal mehr in den Vordergrund zu rücken und gleichzeitig den Instrumenten im Seitenkanal etwas mehr Nachhall zu spendieren.

6 FX-Chains, die du unbedingt ausprobieren musst!

  • Beyoncé Lead Vocal Chain | LuDiaz: Unser Tipp für präsente Vocals im Stil von Beyoncé mit seidigen Höhen. Falls die S-Laute zu spitz klingen, drehe einfach den DeEsser-Regler etwas auf. Tipp: Ein höherer Life-Wert sorgt für einen atmosphärischeren Sound.
  • GTR metal hell | Mick Gordon: Dieses Preset ist eine echte Waffe für High-Gain-Metal-Bretter. Schicke einfach deine clean aufgenommen Riffs durch die Effektkette. Du möchtest einen definierteren Sound? Deaktivere einfach den Fuzz-Effekt.
  • Cloud Pad Generator – CirroCumulus | Bluetech: Der Ambient- und Downbeat-Produzent Bluetech hat mit seinen Cloud-Pad-Generator-Presets eine ganze Serie an Effektketten für Ambient & Co. kreiert. Ein Geheimtipp für Pads und atmosphärische Texturen.
  • CLA Stereo Drums | Chris Lord-Alge: Unsere Empfehlung, um akustischem Schlagzeug einen knalligen Sound zu spendieren. Drehe für einen wuchtigen Sound à la John Bonham (Led Zeppelin) den Spank-Regler auf.
  • Mega Mastering Chain | Krakota: Die Mega Mastering Chain ist eigentlich für den finalen Schliff von Drum-&-Bass-Tracks gedacht, spielt aber auch auf Club-Musik jeglicher Couleur oder Hip-Hop ihre Stärken aus.
  • No Face Distortion | Abbey Road Studios: Brachiale Verzerrung? Dann ist diese Effektkette genau das Richtige für dich! Einfache Synth-Sounds werden auf Knopfdruck zu brachialen Leads – perfekt für Industrial und Electro-Rock!

Eigene Effektketten

Dir ist eher danach, eigene Effektketten zu erstellen? Auch das geht komfortabel von der Hand. Wenn du eines der Waves-Abos besitzt, stehen dir verschiedenste Effekte von Dynamikprozessoren und Equalizern über Modulations, Zerr- und Pitch-Shift-Effekten bis hin zu Delay, Reverb und Raumsimulationen zur Auswahl. Der Signalweg lässt sich schnell per Drag & Drop anpassen. Dank der Möglichkeit, jedes Signal in bis zu fünf Frequenzbänder zu unterteilen, kannst du auch Multiband-Kompressoren, -Limiter oder -Verzerrer erstellen. Cool! Die Crossover-Frequenzen lassen sich dabei anpassen. Oder wie wäre es mit angezerrten Mitten bei einem Gitarren-Sound Sättigung, während die Bässe nur dezent komprimiert und die Höhen unbearbeitet bleiben?

Die parallele Signalbearbeitung erlaubt es z. B. kompletten Mixen mehr Wucht und Präsenz zu spendieren, ohne dass die Transparenz darunter leidet, da das trockene Signal dem Effektsignal beigemischt wird. Wenn du dein Traum-Effektkette erstellt hast, kannst du diese in einem Preset speichern und sie Plattform- und DAW-übergreifender nutzen und mit anderen Usern austauschen.

Auf der Macro-Seite kannst du schließlich den acht Makroreglern die Plug-in Parameter zuweisen, die mit ihnen gesteuert werden sollen. Hier hast du alle Zuweisungen auf einem Blick und kannst außerdem die Modulationsintensität definieren und auch, welcher Regelbereich eines Makroreglers den Parameter beeinflusst. So ist es beispielsweise möglich, mit dem linken Regelbereich die Kompression zu steuern, während der rechte Regelbereich die Sättigung dosiert.

Fazit

Das große Angebot an Effektketten für alle erdenklichen Anwendungen zwischen Mixing, Mastering und Sounddesign macht StudioRack und StudioVerse zu einer echten Bereicherung für alle, die schnell ans Ziel kommen möchten. Darüber hinaus kann man sehr viel lernen, wenn man sich anschaut und anhört, wie die Top-Mix-Engineers arbeiten. Die Setups lassen sich schnell und komfortabel anpassen und auch eigene Effektketten sind einfach erstellt.

Nicht zuletzt dank Features wie der parallelen Signalbearbeitung und der Multiband-Bearbeitung spielt das Plug-in auch bei der Bearbeitung von Bussen, Stems und kompletten Mixen seine Stärken aus. Die Möglichkeit, auch VST3-Plug-ins in dein virtuelles Rack einzubinden, erhöhen das Kreativpotenzial enorm. So richtig Spaß macht das dynamische Duo aus StudioRack und StudioVerse allerdings, wenn du eines der Waves-Abo hast.

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Features von Waves Studioverse

  • Tausende von Effektketten von Top-Mix-Engineers und -Produzenten
  • Effektketten aus bis zu acht Waves- und VST3-Plug-ins
  • acht Makroregler pro Effektkette
  • AI-gestützte Suchfunktion
  • Multiband-Funktionalität
  • Parallele Signalbearbeitung
  • Format: VST3, AU, AAX, RTAS
  • Windows & macOS: 64 Bit
  • Web: www.waves.com
  • Preis: StudioRack: kostenlos, Abo Waves Essential: 150 US-Dollar / Jahr, Abo Waves Ultimate: 250 US-Dollar / Jahr

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