“Augenblick verweile doch, du bist so schön” seufzte schon Faust. Auch viele Musiker wünschen sich immer wieder, die Magie des Moments mit der richtigen Strategie und dem passenden Equipment einfangen zu können. Um ihren Konzepten und Gedanken zum Thema Spontaneität versus Perfektion auf die Spur zu kommen, haben wir sie dort besucht, wo sie ihre Kreativität ausleben – in ihrem Studio, vor oder während eines Konzerts oder unterwegs um die sie umgebende Klangwelt einzufangen.

Für die Formation Newmen begebe ich mit meinem Zoom H5studio – den uns der Hersteller dafür zur Verfügung gestellt hat – in die “Neue Zukunft” in Berlin und nehme die Band bei ihren Proben auf. Wie wichtig ihnen der richtige Sound ist, wird von Anfang an klar in der minutiösen Vorbereitung und Abstimmung zwischen den Musikern.
Newmen stellen bei dem Gig ihr neues Album “Terminal Beach” vor, auf dem sie hypnotische Kraut-Grooves in zauberhafte Synthie-Texturen einbetten. Aufgenommen haben sie die Scheibe in ihrem eigenen Tik Tak Studio in der Rhön. Dort hat auch ihr Freund José D’Agostino das aktuelle Werk seines Projekts Ex-Colorado aufgenommen, das nahezu perfekt den Sound früher Kraftwerk, mittlerer Ashra mit seinen eigenen Sounds kombiniert.
Genau wie bei den Pionieren entstehen erste Ideen beim Jammen – und werden dann später minutiös ausgefeilt.
Als ich Emme Moises treffe, ist schon Adventsmarktszeit und die einladend glühenden Stände können nicht über die Kälte hinwegtäuschen. Während unseres Interviews zieht ein Sturm herauf, der uns fast vom Balkon des Holzmarkts weht. Dank Windschutz und einem schnell angeschlossenen externen Mikro bleibt das Gespräch zum Glück gut verständlich. Darin erklärt Emme das Konzept hinter ihrer an diesem Abend anstehenden Surround-Sound-Performance.
Für diese hat sie sich nach vielen komplett improvisierten Sessions mit ihrem Modular-System zurückgezogen, um jedes Detail perfekt abzumischen. Auch, wenn sie sich zunehmend in Richtung Komposition bewegt, bleibt aber der spontane Augenblick für sie weiterhin essentieller Teil ihres Prozesses.
Das gilt sogar noch mehr für Field Recorderin, Schlagzeugerin und Klangkünstlerin Katharina Schmidt. Um mich mit ihr zu treffen setze ich mich um 4 Uhr morgens mit meinem Deutschlandticket in einen Regionalzug. Am Bahnhof drücke ich ihr dann den Zoom in die Hand und bitte sie, sich von interessanten Klangquellen leiten zu lassen.
Züge, die Straße, Bauarbeiten, Tauben und andere Tiere bilden einen Teil der Kulisse, sanftere Sounds in Hinterhöfen und ihre Schritte im Schnee den anderen. In ihrer eigenen Musik lässt Schmidt diese manchmal einfach für sich stehen, baut aber ebenso oft facettenreiche Kompositionen aus ihnen. Ihre Stücke können dokumentarische Elemente aufweisen, am Ende aber packen sie einen auf einer emotionalen Ebene – und sind einfach nur traumhaft schön.
Der argentinischer Pianist Ramiro Zayas hat seinen Arbeitsraum zum Glück nicht weit entfernt von mir. Zuerst unterhalten wir uns darüber, wie aus einem ungeplanten Motiv ein fertiges Stück wird und wie er vielversprechende Ideen identifiziert.
Danach zeigt er mir, wie das in der Praxis aussieht, setzt sich ans Klavier und spielt – alles eingefangen von den eingebauten Mikros des H5studio. So könnte es noch lange weitergehen, doch muss Zayas mich schon bald nach Hause schicken, um Unterricht zu geben und einer neuen Generation sein Wissen zu vermitteln.
So schön diese Momente auch gewesen sein mögen, müssen doch auch sie einmal zu Ende gehen. Zum Glück haben wir sie in Bild und Ton eingefangen.
Im Fokus: Zoom H5studio
Zoom setzt die Erneuerungswelle der bewährten Handheld-Recorder seiner H-Serie fort und verpasst dem beliebten H5 nicht nur ein neues Antlitz, sondern auch einen neuen Namen. Und auch sonst hat der H5studio einiges zu bieten, was sich Zoom-Anwenderinnen schon lange wünschen. Wie praxistauglich die neuen Features sind, zeigt der Test unserer Kollegen der professional audio, den ihr hier nachlesen könnt.
- Hersteller: Zoom
- Vertrieb: Sound Service
- Preis: 399 Euro
- Speicherkarte: Micro SD / SDHC / SDXC Card
- Maximalkapazität Speichermedium: 2 TB
- Max. Abtastrate: 192 kHz
- Wortbreiten: 16/24 Bit, 32 Bit Float
- Anzahl Spuren: 4 (6 Spuren für gleichzeitige Aufnahme)
- Ein-/Ausgänge: 4/2
- Phantomspannung: ja, zuschaltbar


