Test

Missing Link ml:1

Das Missing Link ml:1 von Sonible vereint USB-Audiointerface, DI-Box und Signalgenerator in einem kompakten Gerät. Ein Schweizer Taschenmesser für alle Bühnenanwendungen?

Das Äußere des Missing Link ml:1 macht einen grundsoliden Eindruck. Als Gehäusematerial wurde Metall verwendet, dank Pulverbeschichtung und lediglich einer weißen LED zur Anzeige der Betriebsbereitschaft sticht das Interface auf der Bühne kaum ins Auge. Die Maße liegen bei kompakten 18 mal 9 mal 4 Zentimetern, das Gewicht ist mit rund einem Kilo vergleichsweise hoch. Auf der Unterseite befindet sich eine Schaumstoffschicht, die ein Verrutschen des Gerätes selbst auf glatten Oberflächen verhindern soll. Die Bedienelemente und Buchsen werden durch das Gehäuse hervorragend geschützt, lange Touren und harte Live-Einsätze dürften dem ml:1 also kaum etwas ausmachen.

Die im Missing Link verbauten Buchsen stammen allesamt von der Firma Neutrik, einer festen Größe, wenn es um haltbare Kabel und Anschlüsse geht. Sogar die USB-Schnittstelle stammt von dem renommierten Hersteller. Als Besonderheit lässt sie sich mit Hilfe des beiliegenden Spezialkabels verriegeln. Selbst bei extremer Unachtsamkeit gibt es somit keine Chance, dass die Verbindung zum Computer versehentlich gekappt wird. Eingänge sind in Form von zwei unsymmetrischen 6,3-mm-Klinkenbuchsen vorhanden. Sie werden leider nicht in Richtung des Rechners weitergeführt, sondern dienen lediglich den DI-Funktionen. Aufnahmen sind mit dem ml:1 daher nicht möglich. Als analoge Ausgänge stehen zwei XLR-Line-Anschlüsse bereit. Ihr Pegel lässt sich mit einem Pad-Schalter um 18 dB bedämpfen, einen stufenlosen Lautstärke-Drehregler gibt es nicht. Ergänzend wurde dem Missing Link eine AES/EBU-Schnittstelle spendiert. Sofern die Eingänge nicht belegt sind, geben analoge und digitale Kanäle die gleichen Signale wieder. Sind Kabel in den Klinkenbuchsen eingesteckt, werden die Line-Ausgänge vom vorgeschalteten D/A-Wandler getrennt und geben dann das symmetrische Material der DI-Schaltungen wieder. Der AES/EBU-Port bleibt hiervon unbeeinflusst, stellt also weiter vom Rechner kommende Musik bereit.

Fazit
Das Missing Link ml:1 ist auf der Bühne ein Segen. Sound und Performance liegen ganz klar in der Oberklasse, dank dem reduzierten Konzept sind Fehlbedienungen so gut wie ausgeschlossen. Mit Testtongenerator und DI-Schaltungen hat Sonible ein paar nützliche Zusatzfeatures implementiert, die jeder Live-erprobte Tontechniker zu schätzen weiß. Lediglich für den Studioeinsatz ist das Interface aufgrund fehlender Eingänge nur bedingt geeignet. Dafür ist es aber auch gar nicht gedacht. Aufbau und Verarbeitung sind absolut kompromisslos, so dass man langen Spaß an diesem tollen Stück Technik haben kann.

von Henning Schonvogel

Beat-Bewertung: 5.5 von 6 | Preis: 400 Euro

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