Test

EVE Audio SC203

Der erste Eindruck nach dem Auspacken ist gut: Die Boxen sind hochwertig verarbeitet und sehen chic aus. Es handelt sich hier um eine Master/Slave-Kombination aus aktiver und passiver Box. In der rechten Box ist der Verstärker integriert, dort befinden sich auch die Ein- und Ausgänge sowie der Anschluss für das leider externe Netzteil. Die linke Box wird über das mitgelieferte Flachbandkabel angeschlossen.

Auf der Rückseite der aktiven Box befindet sich der Cinch-Eingang für externe Audiosignale, ein Adapter für den Anschluss eines Smartphones oder MP3-Players ist ebenfalls dabei. Neben dem Analogeingang verfügt die Box auch über einen optischen Digitaleingang sowie einen USB-Anschluss. Mit drei DIP-Schaltern können Sie Auto-Standby einschalten, die Eingangsempfindlichkeit des Analogeingangs anpassen und ein Hochpassfilter bei 80 Hz aktivieren, wenn Sie einen separaten Subwoofer über den hierfür vorgesehenen Cinch-Ausgang anschließen möchten. Eingebauter DSP Der frontseitige Encoder mit LED-Kranz dient nicht nur der Lautstärkeregelung, sondern ermöglicht auch den Zugriff auf diverse Einstellungen des eingebauten digitalen Prozessors. Neben der Wahl der Eingangsquelle können Sie Frequenzen unterhalb 300 Hz und oberhalb von 3 kHz um jeweils bis zu ±3 dB beeinflussen. Unter dem Menüpunkt „Position“ haben Sie zudem die Auswahl zwischen zwei vorgefertigten Filter-Presets, falls die Boxen angewinkelt auf der Schreibtischplatte oder der Meterbridge des Mischpultes platziert werden. So wird z.B. der reflektierte Schall der Tischplatte ausgeglichen, der zu einer hörbaren Verstärkung der Bassanteile führen kann. EVE Audio liefert zwei Flexi-Pads für die Boxen mit. Diese sorgen nicht nur für Dämmung und Abkopplung von der Aufstellfläche, sondern sind ebenso wie die Boxen selbst um 7½ Grad angeschrägt, sodass man Neigungen von 0, 7½ und 15 Grad realisieren kann. Klang Und wie klingen sie denn nun? Nach dem Abspielen des ersten Songs mussten wir uns erst einmal vergewissern, ob unsere großen Monitore tatsächlich ausgeschaltet waren: Einen solch druckvollen Bass hatten wir von so kleinen Lautsprechern nicht erwartet. Wir haben zuletzt auch einige 4- und sogar 5-Zöller getestet, die da nicht mitkommen. Hier hat EVE Audio mit der Passivmembran-Konstruktion tatsächlich ein wenig gezaubert, Respekt! Ein Frequenzgang hinunter bis 62 Hz (-3dB) ist schon beeindruckend für so kleinen Lautsprecher. Hinzu kommt, dass der Bassbereich nicht nur warm und rund klingt, sondern auch ordentlich definiert ist. Wenn Sie nicht unbedingt extrem subbasslastige Musik hören, werden Sie hier wenig vermissen. Auch die Höhen und Mitten klingen offen und sehr detailreich, aber nie anstrengend. Und: Die SC203 sind keine Schönfärber, missratene Mixe klingen darüber auch entsprechend. Als wohl einziger Konkurrent wären hier die Genelec 6010a zu nennen, die allerdings etwas „schöner“ und HiFi-mäßiger und weniger analytisch klingen und so auch Schwächen im Mix überdecken können.

Fazit
Die SC203 klingen deutlich größer als sie tatsächlich sind. Luftige und detaillierte Höhen, saubere und lebendige Mitten und ein angesichts der kompakten Bauform erstaunlich druckvoller und definierter Bass machen die Boxen zum Besten, was Sie an Studiomonitoren in dieser Größe bekommen können. Dies hat allerdings auch einen Preis, für den Sie bereits sehr gut klingende größere Studiomonitore bekommen, wenn die Kompaktheit nicht das wichtigste Argument ist.

von Jan Wilking

Beat-Bewertung: 5 von 6 | Paarpreis: 499 Euro

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