Pioneer DJ DDJ-XP1 im Test: Wie gut ist dieser DJ-Controller?

Geschrieben von Boris Pipiorke-Arndt
04.12.2017
14:26 Uhr

Der neue Zusatz-Controller DDJ-XP1 von Pioneer DJ soll das Timecode-gesteuerte Auflegen mit Rekordbox DJ unterstützen. Lohnt sich eine Anschaffung?

(Bild: Pioneer DJ)Der Pioneer DJ DDJ-XP1 steuert mit den Performance-Pads die kreativen Funktionen in Rekordbox DJ5.

Features:

  • Zusatz-Controller für Rekordbox DJ DVS
  • 32 Performance Pads
  • Touch-Slider für Effekte
  • Bedienelemente zum Laden von Songs
  • vier Decks steuerbar
  • inkl. Rekordbox DJ & DVS-Erweiterung

Pioneer DJ bietet eine große Auswahl an DJ-Controllern, die zur vollständigen Steuerung einer Software gedacht sind. Der DDJ-XP1 weicht von dieser Aufgabenstellung ab und übernimmt die Rolle eines unterstützenden Controllers für Timecode-gesteuerte Systeme.

Spezialist von Pioneer DJ

Der DDJ-XP1 misst 33 mal 4 mal 24 Zentimeter und hat ein hochwertig verarbeitetes Kunststoffgehäuse. Im oberen Teil des Controllers befinden sich Taster und ein Poti zur Steuerung der Deckfunktionen und Navigation in der Songsammlung. An beiden Seitenrändern gibt es beleuchtete Taster und Touch-Slider, mit denen Sie die Slide-Effekte selektieren und durch Fingerfahrten kontrollieren können. Den größten Raum nehmen 32 mehrfarbig beleuchtete Performance Pads ein, die zum Setzen von Hotcue-Punkten, zum Triggern von Samples und Auslösen weiterer kreativer Funktionen nutzbar sind. Auf der Rückseite befindet sich eine USB-Buchse, die den DDJ-XP1 mit Strom versorgt und Daten mit einem Computer austauscht.

DDJ-XP1im Einsatz

Der Pioneer DJ DDJ-XP1 kann durch Umschalten bis zu vier Decks in Rekordbox DJ kontrollieren. Sein Einsatz als Ergänzungsgerät ist in unterschiedlichen Szenarien möglich. Sie können beispielsweise Pioneer DJs Soundkarte INTERFACE 2 mit zwei Plattenspielern als Ausgangsbasis nutzen oder einen DJM-900NXS2 Mixer mit CDJ-2000NXS Playern. Der DDJ-XP1 wird mit Rekordbox-DJ- und DVS-Lizenzen ausgeliefert, so dass Sie auch in Kombination mit Einsteiger-Controllern wie dem DDJ-RR auf eine Timecode-Steuerung zurückgreifen können. Die neuste Version von Rekordbox DJ 5 kann ohne Konfigurationsschritte mit dem DDJ-XP1 genutzt werden. Der Controller übernimmt Standardaufgaben, wie die das Laden von Songs und ersetzt damit den Einsatz einer Computermaus oder Tastatur. Mit den Tastern im oberen Bereich können Sie Loops aktivieren und modifizieren, die Quantisierungsfunktion einschalten und die Rückwärtswiedergabe steuern. Zudem lässt sich die Master-Tempo-Funktion einschalten und Songs können synchronisiert werden. Neu ist die Funktion Silent Cue, die einen Song stummschaltet, sodass Sie diesen per Timecode-Steuerung für das Mixen vorbereiten können.

Performance Pads des DDJ-XP1

Mit den schnell reagierenden Performance Pads des DDJ-XP1 lassen sich bis zu sechzehn Hotcue-Punkte speichern und triggern. Eng verzahnt mit diesen ist die Funktion Keyboard, die das Transponieren von Hotcue-Punkten erlaubt. Sie können hiermit komplette Melodien live generieren und ihre Darbietungen individuell ausschmücken. Durch eine farbliche Codierung der Pads gelingt die treffsichere Auswahl der Hotcue-Punkte und ihre Transponierung. Die Funktion Key Shift, die ebenfalls mit den Pads steuerbar ist, ermöglicht die Überführung kompletter Songs eine andere Tonart und damit das harmonische Mixen. Mit den Pads sind zudem quantisierte Sprünge, sogenannte Beat Jumps, innerhalb eines Songs ausführbar, die Sie zur Gestaltung Ihres Mixes nutzen können. Zusätzliche kreative Möglichkeiten bietet der Sampler, der für Einwürfe oder zur Untermalung von Songs nutzbar ist. Rekordbox DJ 5 blendet sechzehn Samples ein und verfügt über insgesamt vier Sample-Bänke, die sich mit dem DDJ-XP1 umschalten lassen. Wie bei den meisten Controllern wurde auf eine Anschlagdynamik für die Pads verzichtet, wodurch ein dynamisches Spielen leider nicht möglich ist. Mit der Funktion Pad FX, die pro Deck zweimal verfügbar ist, haben Sie einen direkten Zugriff auf jeweils sechzehn Effekte. Sie können die Pads individuell belegen und aus 18 Beat-Effekten, 9 Sound-Color-Effekten und drei Release-Effekten auswählen und dabei auf Klangverbieger wie Robot, Phaser, Down Echo, Crush oder Backspin zurückgreifen. Zur Kontrolle werden in der Software acht Effekte angezeigt, deren Darstellung per Tastendruck umschaltbar ist. Leider interagiert diese Einblendung nicht automatisch mit der Auswahl auf dem Controller, sodass Sie immer nur die Hälfte der verfügbaren Effekte im Blick haben. Mit dem Pad-Editor in Rekordbox DJ 5 können Sie die Performance Pads des DDJ-XP1 komplett neu belegen. Wählbar sind ganze Funktionen (HotCue, Keyboard etc.) oder funktionsübergreifende, individuelle Zusammenstellungen.

Fazit

Der Pioneer DJ DDJ-XP1 ist ein praktischer Zusatz-Controller, der in Verbindung mit einem Timecode-gesteuerten Rekordbox-DJ-System eine Vielzahl an Funktionssteuerungen übernimmt. Das sehr gut verarbeitete Gerät richtet sich vor allem an fortgeschrittene Nutzer und vereinfach die Kontrolle kreativer Funktionen. Pioneer DJ verlangt einen recht moderaten Preis für den DDJ-XP1 zumal die Lizenzen für Rekordbox DJ inklusive der DVS-Erweiterung enthalten sind.

Dieser Artikel ist in unserer Heft-Ausgabe 145 erschienen.

Testergebnis
ProduktnameDDJ-XP1
HerstellerPioneer DJ
Preis259 €
Webseitewww.pioneerdj.com
Pro
  • sehr gut reagierende Pads
  • einfache Inbetriebnahme
  • hochwertige Verarbeitung
  • gutes Preisleitungsverhältnis
  • DJ-Software enthalten
Contra
  • optische Hard-/Software-Interaktion könnte besser sein
Bewertung
1.4sehr gut
 
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