Akai LPK25 & LPD8 im Test: Mobile MIDI-Controller mit Bluetooth

Quelle: https://www.beat.de/test/akai-lpk25-lpd8-wireless-test-mobile-midi-controller-bluetooth-10071960.html

Autor: Jan Wilking

Datum: 30.06.17 - 11:51 Uhr

Akai LPK25 & LPD8 Wireless im Test: Mobile MIDI-Controller mit Bluetooth

Akai hat seine kompakten USB-Controller LPD8 und LPK25 neu aufgelegt und mit einer drahtlosen Bluetooth-Schnittstelle ausgestattet. Sind das nun die perfekten Eingabehilfen für mobile Musiker?

Features:

  • kompakte USB-Controller
  • 25 Minitasten mit Velocity (LPK25)
  • 8 Velocity-Pads &
  • 8 Regler (LPD8)
  • Arpeggiator (LPK25)
  • Note Repeat (LPD8)
  • MIDI über Bluetooth
  • USB- oder batteriebetrieben
  • Editor-Software für Mac und PC

Seit OS X Yosemite und iOS 8 verfügen Apple-Geräte über MIDI over Bluetooth, eine Schnittstelle zur drahtlosen Übertragung von MIDI-Daten. Leider bleiben Windows-Nutzer noch außen vor, weshalb die Controller von Akai weiterhin auch über ein USB-Kabel genutzt werden können.

Überblick Akai LPK25 & LPD8

Beide Controller sitzen in einem angesichts des günstigen Preises sehr solide wirkenden Gehäuse. Aufgrund der geringen Tiefe und der seitlichen Platzierung aller Anschlüsse können Sie die Controller vor Ihrem Notebook zwischen Monitor und Tastatur stellen. Das LPD8 ist mit Maßen von 315 x 110 x 34 mm sehr kompakt ausgefallen, und auch das LPK25 nimmt mit 365 x 124 x 36 mm nur wenig mehr Platz ein. Mit einem Gewicht von unter 500 Gramm empfehlen sich beide Controller auch für den mobilen Einsatz. Die Stromversorgung erfolgt über den USB-Anschluss oder bei Nutzung der Bluetooth-Funktion durch drei AA-Batterien. Mittels eines kleinen Schalters an der Seite deaktivieren Sie bei Nichtnutzung die Batterien, um deren Lebensdauer zu erhöhen. Beide Controller können über eine Software programmiert und die Presets im Gerät gespeichert werden.

Akai LPK25

Das LPK25 Wireless besitzt 25 anschlagdynamische Minitasten. Qualität, Spielgefühl und Umsetzung der Dynamik sind nach wie vor im guten Mittelfeld anzusiedeln. Mit modernen Minitastaturen wie im Arturia Keystep oder Yamaha Reface kann sie aber nicht mithalten. Das LPK25 verfügt weder über Aftertouch noch über Pitchbender oder Modulationsrad. Sogar der Sustain-Taster des Vorgängermodells ist weggefallen, dafür bietet der Controller in der aktuellen Version einen Anschluss für ein externes Sustainpedal. Wie viel Sinn dies bei einem solch kompakten Controller macht, sei dahingestellt. Wir fanden den integrierten Sustain-Taster des Vorgängers funktionaler, zumal dieser auch als Hold-Taster für den Arpeggiator dienen konnte. Der vorgenannte Arpeggiator ist aber glücklicherweise erhalten geblieben. Er wird über einen eigenen Taster aktiviert, mit dem daneben liegenden Taster tappen Sie das passende Tempo ein. Mithilfe der Select-Taste nutzen Sie die Tastatur für weitere Funktionen wie Notenwerte und Muster des Arpeggiators. Zwei Taster auf der Oberfläche erlauben eine schnelle Transponierung um eine oder mehrere Oktaven, was durch entsprechendes Blinken signalisiert wird. Neu hinzu gekommen ist der Pair-Button, um den Controller via Bluetooth mit iPhone, iPad oder Mac zu koppeln.

Akai LPD8

Das LPD8 Wireless verfügt über 8 anschlagdynamische und hintergrundbeleuchtete Drumpads, mit denen Sie Noten und andere MIDI-Befehle senden können. Aufgrund des geringen Raumes liegen sie eng beieinander und sind relativ klein ausgefallen, hinterlassen aber ein ordentliches Spielgefühl. Hinzugekommen ist ein Bank-Taster, der das Umschalten zwischen zwei unterschiedlichen Belegungen der Pads erlaubt und so schnellen Zugriff auf 16 Pads ermöglicht. Die von den MPCs bekannte Note-Repeat-Funktion hat jetzt auch Einzug gefunden und triggert 1/8 bis 1/32 Notenwerte bei gehaltenem Pad. Bei aktiviertem Full-Level senden die Pads Noten mit voller Anschlagdynamik. Mittels Select-Taste können Sie über die Pads weitere Funktionen und Programme abrufen. Wie beim LPK25 stellen Sie auf diese Weise auch die Notenwerte der Repeat-Funktion ein. Dies hat bei beiden Controllern den Nachteil, dass ein kreatives Umschalten während des Spielens leider nicht möglich ist. Das LPD8 bietet zusätzlich 8 Drehregler, die wie beim Vorgänger sehr flach ausgefallen sind. Dadurch sind sie beim Transport gut geschützt, die Bedienung erfordert allerdings spitze Finger.

Praxistest: Akai LPK25 und LPD8

Beide Controller sind class-compliant und werden bei Anschluss per USB automatisch erkannt. Nach Druck auf den Pair-Taster (bzw. Select+Pad4) tauchen Sie auch als Bluetooth-Controller auf kompatiblen Geräten auf. Sowohl auf einem MacBook als auch iPad Air war die Verbindung stabil und fehlerfrei. Überrascht waren wir über die sehr niedrige Latenz auf dem MacBook. Auf dem iPad war eine leichte Verzögerung spürbar, die sich zwar noch im vertretbaren Rahmen hielt, ein Einspielen in Echtzeit aber etwas erschwerte. Die Synchronisation des Arpeggiators und Note Repeat via MIDI-Clock funktioniert allerdings nur über die USB-Verbindung.

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Fazit

Zum günstigen Preis erhalten Sie mit LPK25 und LPD8 zwei solide verarbeitete Controller mit interessanten Features wie Arpeggiator und Note Repeat. Neben einem USB-Anschluss erlauben beide Geräte auch eine drahtlose Verbindung per Bluetooth, was im Test anstandslos und stabil funktioniert hat.

Dieser Artikel ist in unserer Heft-Ausgabe 137 erschienen.

Produktdaten
ProduktnameLPK25, LPD8
HerstellerAkai
Preis79 €
Webseitewww.akaipro.de
Bewertung4.15/5 Sterne
Pro
  • solide Verarbeitung
  • kompaktes Gehäuse
  • Arpeggiator (LPK25)
  • Note Repeat (LPD8)
  • Bluetooth-MIDI
  • Preset-Speicher
Contra
  • kein Mod/Pitch (LPK25)
Bewertung
1.9
gut