Sonic Academy ANA 2 im Test: Braucht man diesen Wavetable-Synthesizer?

Geschrieben von Mario Schumacher
07.02.2018
08:56 Uhr

In seiner zweiten Inkarnation präsentiert sich ANA nicht mehr als ein Virtuell-Analoger unter vielen, sondern als mächtiger Wavetable-Synthesizer. Hält das Plug-in auch klanglich, was die neue Bedienoberfläche verspricht?

(Bild: Sonic Academy)ANA 2 besitzt eine subtraktive Architektur, bietet aber auch 3D-Wavetable-Synthese und Sample-Wiedergabe, FM-Optionen und vieles mehr.

Features:

  • subtraktiver Synthesizer
  • Wavetable- & Sample-Oszillatoren
  • Sample-Import
  • 46 Filtermodelle
  • umfangreiche Modulationsoptionen
  • flexible Multisegmenthüllkurven
  • polyphoner Arpeggiator/Step-Sequenzer
  • Akkordspeicher mit Strum-Funktion
  • 24 Effekttypen
  • über 500 Presets
  • Stand-alone, VST, AU

Ein Blick auf die Features von Sonic Academy ANA 2 zeigt, dass der Klangerzeuger nicht nur optisch einer Frischzellenkur unterzogen wurde, sondern dass man einen komplett neuen und überaus leistungsfähigen Synthesizer vor sich hat. Dieser wartet er mit drei Wavetable- und drei Sample-Oszillatoren auf. Bei den Wavetable-Oszillatoren stehen 50 Wellenformen zur Auswahl, die sich mithilfe des Morph-Reglers durchfahren lassen. Moduliert man diesen Parameter, entstehen im Handumdrehen packende Klangverläufe. Toll ist auch die Möglichkeit, eigene Wavetables in ANA 2 zu importieren, wobei sogar Wellentabellen aus Serum geladen werden können. Oszillatorsynchronisation, FM und Pulsweitenmodulation für alle Wellenformen sowie Unison erweitern das Soundspektrum enorm. Die Sample-Oszillatoren gestatten auch das Laden eigener Audiodateien per Drag & Drop. Das geladene Sample lässt sich dabei beliebig stimmen oder rückwärts abspielen. Auch die Filtersektion punktet mit einem hervorragenden Klang sowie einer hohen Flexibilität. Zur Auswahl stehen stolze 46 Filtertypen, darunter Nachbildungen klassischer Schaltungen sowie Formant-, Vokal-, Kamm- und Allpassfilter. Die beiden Filtermodule können in Reihe oder parallel geschaltet werden.

Sonic Academy ANA 2: Inspiration durch Modulation

Für Bewegung im Klanggeschehen sorgen drei ADSR-Hüllkurven und drei LFOs. Ein besonderes Schmankerl sind die drei zusätzlichen grafischen Hüllkurven mit unlimitierter Anzahl an Segmenten. Für rhythmische Modulationen wie Sidechain-Effekte oder Step-Sequenzen lassen sich diese Hüllkurven auch zum Hosttempo synchronisieren. Klasse: In der umfangreichen Matrix kann fast jeder Synthese- und Effektparameter als Modulationsziel gewählt werden, sogar die Loop-Punkte der Sample-Oszillatoren. Mit den vier Makro-Reglern von ANA 2 können Sie jeweils mehrere Parameter gleichzeitig beeinflussen. Steuert man diese mittels MIDI-Controller, lassen sich in Echtzeit drastische Soundvariationen erzielen.

Akkorde und Arpeggios

Ein echtes Highlight ist der Arpeggiator/Step-Sequenzer mit 64 Noten sowie Gate- und Swing-Optionen. Bei diesem Kreativwerkzeug können Sie für jeden Step bestimmen, welche Note des gespielten Akkords getriggert wird. Darüber hinaus stehen drei weitere Spuren zur Modulation der Anschlagstärke und beliebiger Synthese- oder Effektparameter bereit. Eine großartige Ergänzung ist der Akkordspeicher, der das Spielen von Akkordprogressionen mit nur einem Finger erlaubt und sogar eine Strum-Funktion bietet. So können Sie wie z. B. bei Native Instruments Maschine Jam die gespielten Akkorde durchfahren. Das Strumming wird mittels Modulationsrad gesteuert, wobei auch zwischen Auf- und Abschlägen gewechselt werden kann. Kombiniert man den Akkordspeicher mit dem Arpeggiator, sind hypnotische Sequenzen und rhythmische Chords ein Kinderspiel.

Effekte und mehr bei Sonic Academy ANA 2

Bei modernen Software-Synthesizern ist eine umfangreiche Effektabteilung Pflicht. Auch in dieser Disziplin leistet sich ANA 2 keine Schwäche: In fünf Insert- sowie zwei Send-Slots lassen sich 24 Effekte arrangieren. Die Reihenfolge der Inserts können Sie mittels Drag & Drop bei Bedarf neu anordnen. Über 500 inspirierende Presets zeigen eindrucksvoll, was mit dem Synthesizer klanglich möglich ist. Wir hätten uns allerdings mehr Patches gewünscht, bei denen sich auch das Modulationsrad und Aftertouch nutzen lassen. À propos Patches: Das Laden der Presets und Oszillatorwellenformen erfolgt über einen Browser mit Kategorien und benutzerdefinierten Tags. Auch das Programmieren eigener Sounds geht komfortabel von der Hand und macht enormen Spaß. Gute Beispiele für den hohen Bedienkomfort von ANA 2 sind die skalierbare Bedienoberfläche sowie die Möglichkeit, zwischen zwei Skins zu wählen.

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Fazit

Keine Frage, ANA 2 stellt einen Quantensprung im Vergleich zur Vorgängerversion dar. Mit seinem druckvollen, klaren Sound und seiner enormen Flexibilität begegnet der Synthesizer Massive, Spire, DUNE 2 und Co. auf Augenhöhe. Dabei gelingen analoge Standards ebenso wie moderne digitale Klänge. Seine Stärke sind insbesondere expressive Arpeggios, eindrucksvoll animierte Texturen sowie zeitgemäße EDM-Klänge, aber auch facettenreiche Wavetable- und dynamische FM-Sounds sind eine leichte Übung für das Synthese-Flaggschiff. Der Akkordspeicher und der Arpeggiator/Step-Sequenzer erwiesen sich in unserem Test als ergiebige Ideenlieferanten. Weitere Pluspunkte gibt es für den erfreulich geringen Ressourcenhunger, die intuitive Bedienung sowie innovative Features wie die Strum-Funktion. Antesten empfohlen!

Dieser Artikel ist in unserer Heft-Ausgabe 146 erschienen.

Testergebnis
ProduktnameANA 2
HerstellerSonic Academy
Preis160 €
Webseitesonicacademy.com
Pro
  • ausgezeichneter Sound
  • leistungsfähige Oszillatoren
  • Import eigener Samples
  • enorme Flexibilität
  • inspirierender Arpeggiator / Sequenzer
  • mächtige Modulationsoptionen
  • intuitive Bedienung
  • geringer Ressourcenbedarf
Contra
  • schlecht lesbare Schrift
Bewertung
1.4sehr gut
 
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