Test

ROLI Seaboard & Touch Block im Test: Clevere Controller für Musiker?

ROLI haben jetzt auch ihr innovatives Seaboard in kompakter Form in ihr modulares MIDI-Controller-System integriert und das Blocks-Konzept dadurch deutlich aufgewertet. Doch wie überzeugend ist diese verkleinerte Innovation?

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Features
  • Keyboard mit 24 Keywaves
  • 5D-Touch-Technologie
  • drahtloses MIDI per Bluetooth
  • Blocks DNA Anschlüsse
  • Batteriebetrieben
  • Gewicht: 710g

Das modulare System der ROLI Blocks basiert auf kleinen Controllern, die sich beliebig verbinden und konfigurieren lassen. Im Zentrum des Blocks-Systems stand bisher der Lightpad Block, eine kleine quadratische Silikon-Oberfläche mit 5 Touch-Dimensionen. Er lädt über ein Pad-Raster zum Beat- und Melodien-Spiel ein, begleitet mit der Ausdruckskraft von ROLIs MPE (Multidimensional Polyphonic Expression). Der Lightpad-Block versteht die Gesten Anschlag, Druck, Loslassen und Wischbewegungen (hoch und runter, links und rechts) und übersetzt diese in MIDI-Controller. Mittlerweile gibt es mit dem Lightpad Block M eine überarbeitete Version, bei der vor allem die von uns im Test (BEAT 06/17) kritisierte Touch-Oberfläche verbessert wurde. Auch bei der zugehörigen Noise-App hat ROLI nachgebessert und u.a. eine Exportmöglichkeit eingebaut. Zwei weitere Blocks namens Live und Loop bieten verschiedene Buttons für Steuerung und Performance. Die Blocks lassen sich per eingebautem Magnet aneinanderstecken. Alle Blocks bieten drahtloses MIDI via Bluetooth, was im Test mit einem iPad Air allerdings spürbare Latenzen verursachte.

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ROLI Seaboard Block

ROLI hat aber nicht nur bei den vorhandenen Controllern nachgebessert, sondern auch neue und universeller einsetzbare Blocks zur Erweiterung des Konzepts vorgestellt. Der neue ROLI Seaboard Block ist eine abgespeckte Variante des bekannten Seaboard Rise und verfügt über 24 mehrdimensionale Tasten (Keywaves). Hierbei gibt es keine direkten Abgrenzungen zwischen den einzelnen Tasten, sondern die verschiedenen Tonhöhen werden allein durch leichte Erhöhung unter der gallertartigen Oberfläche angezeigt. Dadurch können Sie stufenlose Übergänge zwischen den Tonhöhen problemlos und intuitiv spielen. Mit der weichen druckempfindlichen Oberfläche lassen sich Parameter und Noten wie beim Lightpad in fünf Dimensionen durch Anschlagen, Drücken (wie beim Aftertouch), Gleiten zwischen den Noten, Rutschen (nach oben und unten, z.B. zum Öffnen des Filters) und Loslassen (vergleichbar mit der Key-Off-Velocity) steuern. Insbesondere Solo-Sounds können Sie auf diese Weise deutlich ausdrucksstärker spielen als mit einem herkömmlichen Keyboard. Vibrato, Glides, Filterfahrten und Lautstärkeänderungen lassen sich allein mit der spielenden Hand nuanciert regeln, normalerweise müssten Sie hierfür die zweite Hand am Modulationsrad und Pitchbender haben. Das Spielen von Akkorden benötigt etwas Übung, ist aber auch möglich. ROLI hat hat beim Seaboard-Block einen guten Kompromiss zwischen Kompaktheit und Spielbarkeit gefunden, das portable Keyboard lässt sich auch von Menschen mit größeren Händen noch gut spielen.

Im Softwarepaket befindet sich die Player-Edition von ROLIs Software-Synthesizer Equator, der in Verbindung mit dem Seaboard Block eindrucksvoll zeigt, wozu das MPE-Keyboard fähig ist. Dank der ebenfalls mitgelieferten Software Dashboard haben Sie aber auch die Möglichkeit, die Blocks als flexible Controller für andere Software zu nutzen. Auch der sehr gut klingende Synthesizer Strobe 2 der von ROLI aufgekauften Software-Schmiede FXpansion bietet umfangreiche Unterstützung der neuen Technologie.

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Touch Block

Entsprechend des Block-Konzepts lässt sich auch der Seaboard Block direkt mit den anderen Blocks zusammenstecken. Gleiches gilt für den Touch Block, der zur Einstellung der Empfindlichkeit und Ansprache der verschiedenen Touch-Funktionen der Seaboard- und Lightpad-Blocks dient. Neben der Steuerung der Strike-, Slide-, Press- und Lift-Empfindlichkeit enthält er Taster für Strike Lock und Glide Lock, um spontan die Anschlagdynamik oder Portamento-Funktion zu deaktivieren. Im "Piano Mode" kann der Seaboard-Block wie eine klassische Klaviatur gespielt werden, alle berührungsempfindlichen Parameter außer Anschlag (Velocity) sind dann deaktiviert.

Fazit

Während die ersten drei ROLI Blocks in unserem vorherigen Test eher einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen haben und der musikalische Nutzen sich noch in Grenzen hielt, wirkt das Konzept eines kompakten, modularen, frei konfigurierbaren und expressiv nutzbaren MIDI-Controllers dank zahlreicher Überarbeitungen und den neuen Blocks mittlerweile deutlich ausgereifter. Die Kombination aus Seaboard Block und Touch Block eröffnet in Verbindung mit passender Software wie dem mitgelieferten Synthesizer Equator ein sehr intuitives und natürlich wirkendes Spielen von Software-Instrumenten und stellt zudem den derzeit günstigsten Einstieg in die Seaboard-Technik dar.

Dieser Artikel ist in unserer Heft-Ausgabe 148 erschienen.

Bewertung
Name
Roli Seaboard & Touch Block
Pro
  • innovatives Konzept
  • ausdrucksstark spielbar
  • schickes Design
  • flexibel konfigurierbar
  • kabellos
Preis
329 EUR
Bewertung
(83%)
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